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Die Krankheiten der männlichen Geschlechtsorgane / Theodor Kocher
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Hyperplasie des Hodens.

Kapitel LXV.

Hyperplasia testis.

§. 1115. Nach Henle 1 ) misst der Hode im längsten Durch-messer 45 cm, im transversalen 23, im sagittalen, 2,53,5.Sein Gewicht beträgt 46 1 /* Drachmen (1626 g). Es ist aberkeine Seltenheit, Männer zu finden, deren Hoden erheblich überdie mittlere Grösse hinausgehen, entweder beide gleichmässig oder dereine mehr. Es ist gewöhnlich unmöglich, die Vergrösserung auf einebesondere Inanspruchnahme der Function des Organs zurückzuführen.Angeborene Hyperplasie höheren Grades ist nicht beobachtet.

Indess hat man die grössten Hoden beobachtet einseitig beiAtrophie der anderen Seite, so dass der Einfluss vermehrter Functionnicht abzuleugnen ist. Regel ist es freilich durchaus nicht, dassnach Verlust eines Hodens der andere hypertrophirt. Bei der blosszeitweiligen Inanspruchnahme des Organs sind die Verhältnisse beimHoden eben ganz anders als bei der Niere.

Page (Curling) fand bei einem Monorchiden den Hoden 18 2 /3Drachmen (ungefähr 71 g) schwer.

§. 1116. Eine Ueberzahl der Geschlechtsdrüsen ist nur in derForm des wahren Hermaphroditismus beobachtet, indem bei demselbenIndividuum sich beiderseits Hoden und Eierstöcke vorfanden. Dagegengiebt es keinen constatirten Fall von mehr als 2 Hoden bei demselbenIndividuum. In der grossen Mehrzahl der Fälle waren es circumscripteHydrocelen des Samenstrangs (s. daselbst), welche einen dritten Hodenvortäuschten. In andern Fällen handelt es sich um Netz-, um fettigeoder fibröse Geschwülste am Samenstrang.

b) Lageanomalien.

Kapitel LXVI.

Inversio testis.

§. 1117. Unter normalen Verhältnissen wendet der Hode seinenfreien Rand nach vorne und etwas unten, 2 freie Breitflächen median-und lateralwärts. Nebenhode und Vas deferens decken den hinteren

*) Henle, Eingeweidelehre S. 349. Braunschweig 1866.