Ectopia testis perinealis.
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im 10. Jahre nach dem Leistenringe zurückzog und durch ein Bruch-band, mittelst dessen man den Hoden abwärts drücken wollte, in seinejetzige Stellung hinein verschoben wurde.
§. 1130. Die Ectopie par excellence ist der Dammhoden,Ectopia perinealis. Bei gewissen Thieren ist das die normaleLage der Hoden, bei andern steigen sie zur Brunstzeit unter die Damm-haut herab. Förster hat seiner Zeit 11 Fälle von,eigentlicher Ectopiaperinealis zusammengestellt. Wir konnten in der 1. Auflage 4 weiterehinzufügen. Senenko hat 30 Fälle in der Literatur zusammengefunden,und nach der Zusammenstellung von Englisch, welcher 4 eigene Be-obachtungen beibringt, wäre die Zahl der bisherigen Beobachtungenbereits über 40 gestiegen. Es lohnt sich desshalb nicht mehr jedeneinzelnen Fall für sich anzuführen, sondern wir können ganz wohleine allgemeine Schilderung der Ectopia perinealis, sowohl bezüglichAetiologie als Symptomatologie auf Grund der vorliegenden Beob-achtungen entwerfen.
Der Dammhoden macht verhältnissmässig wenig subjective Er-scheinungen, offenbar seiner grossen Beweglichkeit wegen und ist dess-halb fast stets nur zufällig beobachtet worden. So fand Zeissl beieinem 15jährigen Bäcker, als er den Steinschnitt ausführen wollte,links vom After einen Dammhoden. Einige Male ist die Diagnosegemacht worden, weil eine Entzündung sich eingestellt hatte, und sobeobachtete nach Le Dentu R i c o r d 2 Fälle von gonorrhoischer Epididy-mitis bei Dammhoden. In den übrigen Fällen ist eine Diagnose nurmöglich durch die directe Untersuchung, ganz besonders dann, wennman nicht versäumt, das Fehlen des Hodens in der einen Scrotalhälftezu constatiren. Die Aufmerksamkeit auf das Vorhandensein einesDammhodens wird durch mangelhafte Entwickelung des Serotum aufder einen Seite rege gemacht. Diese mangelhafte Entwickelung istdurchaus die Regel und zwar fast immer nur einseitig. Immerhin sindmehrere Fälle beschrieben, 5—6, bei denen das Serotum durchausnormal entwickelt war beidseitig. Die Lage des Hodens am Dammist ziemlich übereinstimmend seitlich von der Raphe zwischen Afterund Serotum, näher oder ferner vom Sitzknorren. Der Hoden bildeteine Geschwulst, obschon er regelmässig kleiner ist als der normal ge-lagerte Hoden. Es ist eine Ausnahme, wenn angegeben wird, so vonSzymanowsky und Hill, dass beide Hoden gleich gross oder gutentwickelt gewesen seien; Regel ist die Atrophie. Die bedeckendeHaut ist oft völlig unverändert, oft faltig erhoben, hat aber nicht dieCharactere der Scrotalhaut. Die Stellung des Hodens ist regelmässigdie, dass der Nebenhoden oben liegt, mit seinem Kopf nach vorn ge-wandt, und dass die vordere Kante des Hodens nach unten schaut.Fast stets wird eine grosse Verschieblichkeit des Hodens angegeben.Natürlich fehlt dieselbe, wenn Entzündungen eintreten. Der Hodenkann oft bis zum vordem Leistenring emporgeschoben werden, gleitetaber sofort wieder an seine abnorme Stelle zurück. In das Serotumkann er nicht hineingeschoben werden, selbst dann nicht, wenn das-selbe normal entwickelt ist. Eine Reihe von Malen konnte man denSamenstrang bis in den Leistencanal hinein verfolgen. Gewöhnlichwar der andere Hoden an normaler Stelle zu finden, einige Male ver-