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Torsion des Samenstrangs.
mit dickem unteren Ende und Stiel nach oben gezeichnet ist. Obschondie Schilderung nicht klar genug ist, um Nicoladoni’s Fälle dahinzu deuten, so möchte ich doch eine durch andere Beobachtungenvon der Lage des Leistenhodens gestützte Vermuthung über die Ur-sache der Torsionsmöglichkeit der beiden Bündel des Samenstranges,des Gefässstranges und des Deferensstranges machen. Da nämlich dieVasa spermatica int. nebst Nerven am obern hintern Theil des Hodensan das Rete sich anlegen, das Vas deferens mit der Arteria deferentialisund Venen am untern Pol des Hodens resp. Nebenhodens sich inseriren,so muss eine Drehung des Hodens ganz andere Folgen haben, wennder Hode normal aufrecht steht, als wenn er sich um die horizontale
Fig. 173.
Zur Illustration der Bedeutung einer Inversio testis liorizontalis für die Torsion des Samenstrangs.
Axe mit dem obern Pol abwärts gesenkt hat. Im letzteren Falle wirddas Gefässbündel mehr gespannt und entfernt sich etwas vom Deferens-bündel, und wenn nun der freier beweglich gewordene Hode sichdreht, so müssen die beiden Stränge diese Drehung viel ergiebiger undwirksamer mitmachen, als wenn der Hode normal steht und die beidenStränge wenig und gleichmässig gespannt parallel nebeneinander ver-laufen. Man sehe nur zu, wie ganz anders sich die Drehung desSamenstrangs gestaltet, wenn man den normal gestellten Hoden dreht— da bildet der Samenstrang an der hinteren Kante entlang gleich-sam die Drehaxe und erleidet weniger Insult, als wenn man den mitdem obern Pol abwärts bis zur Horizontalen gezerrten Hoden dreht.
Ich möchte vermuthen, dass man bei genauem Ansehen als Ur-sache der bimförmigen Gestalt des Hodens und der auffällig freienStielung desselben eine Inversio horizontalis um 90°—180° finden wirdund dass durch diese Lageanomalie auch die intensive Wirkung einerTorsion des Hodens um eine verticale Axe verständlich gemacht wird.
Die Bemerkung Nicoladoni’s, dass gestielte Hoden ursprünglichwahrscheinlich Leisten- oder Bauchhoden gewesen seien, möchte ichdesshalb in dem Sinne erweitern, dass es sich um Stellungsanomalienhandelt, welche oft mit verspätetem Descensus einhergehen und anletzterem schuld sind oder durch eine für letzteren gemeinsameUrsache bedingt sind.