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Functionelle Anomalien der Geschlechtsorgane.
durchschneiden, weil auch dessen Spannung das Heruntertreten desHodens hindert. Sehr zweckmässig ist es, am Eingang in’s Scrotumum den Samenstrang eine circulare, natürlich nicht schnürende Nahtanzulegen, um das Zurückweichen des Hodens unmöglich zu machen.
§. 1179. Stets soll bei der Operation auf die Vermeidung spätererHernien Bedacht genommen werden, und wenn gleichzeitig mit demLeistenhoden, wie es so häufig der Fall ist, eine Hernie vorhandenist, so soll die radicale Operation derselben in der üblichen Weiseausgeführt werden und der Hoden entweder in’s Scrotum reponirt oderdurch Excision beseitigt werden. Wo eine Operation aus irgend einemGrunde nicht zulässig ist, kann man eine Pelote anbringen, welche denBruch zurückhält und den Hoden aufwärts drängt, oder, wo letzteressich nicht bewerkstelligen lässt, Bruch und Hoden im Bauch zurückhält.
Siebzehnter Abschnitt.
Functionsanomalien der Geschlechtsorgane.
§. 1180. Es ist immer ein Testimonium paupertatis für unserepathologisch-anatomischen Kenntnisse, wenn wir der Abhandlung derverschiedenen Erkrankungsformen eines Organes noch ein Kapitel„ Functionsstörungen“ anhängen müssen. Freilich können auch prak-tische Rücksichten Anlass geben, diese symptomatologische Eintheilungnoch festzuhalten, wie es mit den Bezeichnungen Albuminurie, Dia-betes etc. der Fall ist. Allein wir werden sehen, dass auch den Sym-ptomen der Spermatorrhoe, des Aspermatismus u. s. w. die allerver-schiedensten anatomischen Veränderungen zu Grunde liegen könnenund dass es für Prognose und Therapie massgebend ist, die letzterenzu erforschen.
§. 1181. Die Hoden sind die für eine regelmässige Ausübungder Geschlechtsthätigkeit wichtigsten Theile. Die Virilität darf mitder Potentia, den Coitus auszuüben oder Kinder zu erzeugen, keines-wegs zusammengeworfen werden. Ein Individuum, welches zur regel-mässigen Zeit seine Samenergiessungen bekommen und männlichenHabitus angenommen hat, kann trotzdem ebensowohl impotent alssteril sein. Ihre Thätigkeit beginnt aber erst mit der Pubertät.Unter diesem Namen bezeichnet man beim Manne den Eintritt mehroder weniger regelmässiger Samenergiessungen oder der Veranstaltungendazu; derselbe ist mit gewissen Veränderungen am übrigen Körper,mit dem Brechen der Stimme, der Entwickelung der Bart- und Scham-haare verbunden. Den Zustand, in welchen der Knabe durch dieseUmwandlung eintritt, bezeichnet man als Virilität.
Ueber die Zeit des Eintritts der Virilität sind uns keine Stati-stiken bekannt; dieselben sind auch aus leicht ersichtlichen Gründenviel schwieriger aufzunehmen, als für die Menstruation beim weib-