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Heilung der Aspermie.
§. 1220. Curling 1 ) heilte einen 28jährigen gesunden Mann,welcher ohne bekannte Ursache an temporärem Aspermatismus litt, durchBestreichung der Glans penis mit Acetum cantharidis. Die betreffendeParthie bedeckte sich mit einer Blase, wurde viel empfindlicher alsvorher und von da ab traten regelmässige Ejaculationen beim Coitus ein.
§. 1221. Hicquet heilte 2 Fälle von temporärem Aspermatis-mus. Bei dem einen bestand derselbe schon 5 Jahre. Ursache un-bekannt. Die Heilung erfolgte durch tägliche Application der Electri-cität, kalte Begiessungen, Klystiere und Sitzbäder binnen 8 Tagen.
Bei einem zweiten Individuum von 28 Jahren hatten seit Wochenin Folge von Excessen trotz normaler Erectionen keine Ejaculationenmehr stattgefunden. Die Organe fanden sich normal. Unter innerlicherVerabreichung von Extr. Nuc. vom. erfolgte die Heilung binnen 10 Tagen.
b) Dyspermatismus.
Kapitel LXXII.
Hämosper m i e.
§. 1222. Wir folgen in diesem Kapitel wesentlich Gueillot,welcher die Geschichte der Hämospermie bis auf Hippocrates zurück-führt. Er bezeichnet als Hämospermie die Ejaculation reinen Blutes| oder mit Samen gemischten Blutes, welches aus der Samenblase stammt.I Nur bei Onanisten wird reines Blut entleert. Gewöhnlich handelt essich nur um Blutbeimischung und zwar in inniger Vermischung mitdem Samen, analog wie bei Blutungen in die Blase oder in den Magen.Der entleerte Samen ist gelb, rostfarbig oder braun. Diese innigeMischung dient zur Unterscheidung einer bloss zufälligen Blutbeimischungaus der Harnröhre. Oefter finden sich noch gut erhaltene Blutkörperchenvor, andere Male Hämatoidinkrystalle und Pigmentkörner, zum Theilin Zellen eingeschlossen. Bei kleinen Quantitäten Bluts sind die Sper-matozoen unverändert. Subjective Beschwerden macht die Hämospermiebloss, wo sie von Entzündungen der Samenblasen abhängig ist, und zwarin Form von Schmerzen, welche gegen das Rectum zu ausstrahlen.
§. 1223. Hinsichtlich der Ursachen des Leidens nimmt Gueillot' an, dass Stagnation des Samens in den Samenblasen Anlass zurBlutung geben könne, daher beobachtet werde einmal bei Greisen(Acton und Sch urig), überhaupt nach langen Unterbrechungen desCoitus, auch bei Ausübung des ersten Coitus. Wir möchten nichtglauben, dass dabei die Stagnation des Samens die Hauptsache ist,vielmehr die Hauptbedeutung der langen Ruhe und der daherigen Un-gewohnheit der Gew r ebe gegen acute Hyperämie zuweisen, zumal wenn
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