Vil
mögens, ihres Lebens und ihrer Ehre der Rettung des Vaterlandessich widmeten, in den Schatten stellte.
Wenn die Thätigkeit Jenner’s während der Helvetik, den da-maligen Zeitumständen gemäss, zum Theil eine geheime sein musste,so hat dieselbe heutzutage die Oeffentlichkeit nicht mehr zu scheuenund verträgt die stärkste Beleuchtung. Nicht die Rettung derbernischen Gelder aber allein ist es, was wir als dieses MannesHauptverdienst ansehen, sondern die grösste und gewandteste poli-tische That Jenner’s ist der Abschluss des Vertrages vom 8. Floréalan VI, wodurch die auf der Schweiz so schwer lastende Erhaltungder französischen Armee ihr abgenommen worden ist, die Befreiungder Geissein ermöglicht wurde und mit circa 4 Millionen Livres18 Millionen heimisches Geld zurückgekauft worden sind, welcheSumme zum Besten der gänzlich ausgesogenen helvetischen Republik,sowie des Kantons und der Stadt Bern verwendet wurde. Aber auchim Jahre 1802, bei Anlass des sogenannten «Steckli-Krieges», hatvon Jenner dem Vaterlande durch seine zugleich ehrenhafte undpatriotische Haltung grosse Dienste geleistet. Damals nämlich alsdie Anhänger der alten Ordnung auf Lausanne rückten, der fran-zösische General Rapp aber vom ersten Konsul in die Schweiz ge-schickt worden war um dem Bürgerkrieg Einhalt zu thun, wäre eineneue französische Invasion mit allen ihren Greueln und Schreckenunausweichlich gewesen, wenn es Jenner nicht gelungen wäre dieFührer der «Volkspartei», welche gegen die dem Lande von Frank-reich aufgedrungene helvetische Verfassung sich erhoben hatte, zumRückzuge und Niederlegung der Waffen zu bewegen.
Sowohl der Verleger als der Herausgeber hegten den Wunsch,den Denkwürdigkeiten G. A. von Jenner’s ein Bild ihres Verfassersbeizufügen. Es war uns aber unmöglich diesen Wunsch zu realisiren,da von G. A. v. Jenner absolut kein Bild existirt; es erklärt sichdiess daher, dass v. Jenner bei seinen, wie schon oben erwähnt,nichts weniger als hervorragenden äussem Vorzügen es für über-flüssig hielt, sich durch den Pinsel oder Stift eines Künstlers ver-ewigen zu lassen, ganz im Gegensatz zu vielen zwar schönem aberweniger berühmten Mitgliedern seiner Familie.
Zur bessern Orientirung des Lesers habe ich das Buch mitMarginalien versehen und dem Originaltexte hie und da eine er-