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nach München, wo dieser für die Regierung von Bern mitdem Baierischen Hofe wegen Salzlieferungen zu unterhandelnhatte.
Meine Jugend und geringe wissenschaftliche Bildunghinderten mich, denjenigen Nutzen von dieser Reise zu ziehen,den ich sonst von derselben geerntet hätte.
Mein Schwager^war 29 Jahre älter als ich, so dass mirseine Gesellschaft wohl etwas zu ernsthaft vorkam. Ich warmir beinahe seihst überlassen und lebte meistens mit jungenOffizieren. Doch war ich auch ältern Männern empfohlenworden, unter denen sich besonders der Graf Max Fugger,und der Hauptmann der Leibgarde, von Schwachheim, äusserstfreundschaftlich gegen mich erzeigten.
Während un sers Aufenthalts in Baiern machten wir einenAusflug nach Berchtoldsgaden, Salzburg, Hallein und kamenüber Innsbruck nach München zurück.
Wir folgten dem Hofe nach Mannheim, wo ich im Hausedes Barons von Yeningen mich einer sehr gütigen Aufnahmezu erfreuen hatte.
Ueber Strassburg kehrten wir nach der Schweiz zurück.
Das Wesentlichste, was ich von dieser Reise nach Hausebrachte, war eine grössere Fähigkeit mich in die Umständezu schmiegen, einige Sicherheit im Umgänge mit der Welt,und eine deutlichere Kenntniss von der Macht und dem Ge-brauche des Geldes.
Als sogenannter Volontair trat ich nun zu Bern in das Eintritt inSekretariat der Zollkammer, und hatte an Herrn Zollverwalter de “ Staats -
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Lombach, einem weitläufigen Verwandten und sehr gewandtenGeschäftsmann, einen Obern, dessen Rath und Beispiel sehrfolgereich für mein Leben geblieben ist.
Da ich während der ganzen Reise in Baiern freien Tischbei meinem Schwager hatte, so war mir von meinem Vaterso wenig für meine persönlichen Ausgaben angewiesen worden,dass ich zu einem Anlehn von einer Freundin meine Zufluchtnehmen musste. Der Wunsch, dieses Anlehn zurückzuzahlen,
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