Auf eigenenFüssen.
erweckte in mir ein neues Gefühl und Trieb nach eigenemErwerb.
Im Jahr 1783 fieng ich mit Wein zu handeln an, undmeine Geschäfte mehrten sich dergestalt, dass ich 1784 eineganze bedeutende Weinhandlungsmasse an mich bringenkonnte.
Da ich von meinen Eltern keinen Vorschuss erhalten,musste ich durch meinen Credit allein das Geld für meineGeschäfte aufbringen. Mit Dank erinnere ich mich noch jetzt,damals, obschon noch minderjährig, von verschiedenen Per-sonen bedeutende Vorschusssummen erhalten zu haben.
Ich fieng an mich zu fühlen. Eine gewisse, sich zudieser Zeit bei mir ausbildende Gewandtheit, verbunden mitOrdnungsliebe, dem Triebe zur Arbeit und grosser Pünktlich-keit in Erfüllung meiner Verpflichtungen, vermehrten das Zu-trauen gegen mich, und so dehnte sich mit jedem Jahre meinWeinhandel mehr aus. Ich verliess nun die Zollkammer,ward Hauptmann einer Miliz-Compagnie und im August 1788hatte ich das Glück, mich mit Jungfer Margaritha v. Jenner,ältesten Tochter des Herrn von Jenner, alt Landvogts vonMilden, zu verehelichen. Obgleich erst mehrere Jahre nach-her mein Vermögen sich durch diese Heirath vermehrte, sokam doch alsogleich mein Credit dadurch in Aufnahme.Dieser Vortheile ungeachtet fühlte ich immer mehr Abneigunggegen alle gesellschaftlichen Zerstreuungen und fand beinahean nichts mehr Vergnügen, als an Geschäften. Doch soll ichgestehen, dass dieser Zug meines Charakters mehr oder mindervon der Schwäche meines Gehörs herkommen mochte, welchesich damals immer mehr entwickelte, und mir die Genüssedes gesellschaftlichen Lebens verbitterte.
Ausbruch der Zu dieser Zeit kam die grosse politische Gährung in
französischen p rail p re j c j 1 zum Ausbruche und zog alle Blicke auf sich.
Revolution.
Sie interessirte besonders die Nachbarn des grossenReiches, und zwar aus zwei hauptsächlich sich entgegen-gesetzten Gründen : Die einen sahen das Gewitter mit Grauen
Verheirath-
ung.