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und erstespolitischesAuftreten.
Erwählung
zum
Oberwardein.
Oberkriegs-
commissär.
Weigerung,nach Pariszu gehen.
Commissionen gebraucht. Meine erste Rede vor GrossemRath betraf eine Ausfuhrbewilligung von Schlachtvieh nachMülhausen.
Ich muss hier gestehen, dass ich bei diesem ersten Auf-treten Mühe hatte, meine Schüchternheit zu überwinden. Ichglaube aber, es sei nicht mir allein so gegangen, indem esstets für einen jungen Mann ein heikles Unternehmen ist,zum ersten Male vor einer Versammlung sich hören zu lassen,die aus erfahrenen und altern Geschäftsmännern und Rednernbesteht, welche an den parlamentarischen Formen festhaltenund dieselben befolgt wissen wollen, und vor diesen eineDiskussion zu erheben.
Bald ward ich Mitglied der Münzkammer und Ober-wardein. In letzterer Eigenschaft lag mir der Ankauf derMetalle, die Leitung der Fabrikation und das Rechnungswesenob. Wir arbeiteten in den Jahren 1795 und 1796 mit einersolchen Thätigkeit, dass wir an Gold- und Silbersorten eineSumme von Pfd. 922,610 oder Lv. 2,306,5,25 ausprägten.
Die politischen Umstände bewogen die Regierung, sichzu rüsten, einen Generalstab zu organisiren und ein Kriegs-Commissariat aufzustellen. Ich ward mit Oberstlieutenants-Rang an die Spitze des letztem gestellt. Ich setzte diesesDepartement in einen solchen Stand, dass es seinen zuge-messenen Verrichtungen Genüge zu leisten vermochte.
Der Geheime Rath wollte mich im Spätjahr 1796 mitFriedrich von Mutach nach Paris senden. (Siehe Beilage Nr. 1.)Wir lehnten es aber ab. Ohne Geld war nichts auszurichten ;und wie sollte eine Ermächtigung, Geld anzubieten, von einerso zahlreichen, und damals von so verschiedenen Ansichtenund Parteien bearbeiteten Behörde, wie der Grosse Rath war,erhalten werden, ohne dass die Sache ruchbar wurde undschon dadurch allein auszuführen unmöglich geworden wäre.
Friedrich von Mutach reiste das Jahr darauf mit OberstTillier nach Paris. Sie wurden aber vom Direktorium so