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Er rettete hierdurch seine Vaterstadt vor den Gräuelneines Sturms und sicherte Lehen und Eigenthum seinerMitbürger.
In dieser Auflösung aller bürgerlichen Verhältnisse, wosozusagen kein Angestellter, kein Beamter mehr an seinerStelle war, keiner mehr wusste’, oh er noch eine Stelle be-kleide oder nicht, wo die einen das Vaterland aufgaben undsich entfernten, die andern, durch Verräther verfolgt, sichverbargen, noch andere durch dieselben gemordet wurden,musste ich, als Oberst-Kriegscommissär, die übermüthigenSieger empfangen. Ich begab mich nach der Capitulation Zustandzum untern Thor, nachdem ich vorher heim obern Thor die capitulation.Franzosen erwartet hatte, die aber durch das Gefecht von Jenner
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Neuenegg auf dieser Seite wieder zurückgedrängt worden Schauenburg,waren. Auf der Brücke heim untern Thor traf ich den ein-ziehenden General Schauenburg. Nachdem er mich grob an-gefahren, rief er: «Où me logerez-vous»? — Au Faucon,war meine Antwort. — «Eh bien, suivez-moi».
So begleitete ich zu Fuss den von seinem Generalstabeumgebenen Krieger, der, aus dem Pulverdampfe kommend,eben nicht guter Laune war, die ganze Stadt hinauf bis zumFalken. Aus allen Fenstern flatterten weisse Tücher alsZeichen der Ergebung in den Willen des wilden Siegers. ImFalken angekommen, war das erste Wort des Commandirendenzu mir :
«Un dîner de soixante couverts et cinquante livres de«brochet, ou je vous jette par la fenêtre».
An diese Sprache war ich nicht gewöhnt, und körper-lich stark und voll Feuer, wie ich damals war, antworteteich ihm keck :
«Je ne suis pas marchand de brochets, mais on vous«donnera à manger. Pour celui qui veut essayer à me jeter«par la fenêtre, qu’il sache, qu’il y passera avec moi».