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Diese Antwort erwarb mir Achtung und von nun an warmit Schauenburg auszukommen.
Ich benutzte allsogleich meine Stellung, meinen Mit-bürgern zu helfen, so viel ich konnte, und die Uebel desKrieges zu mindern.
Ein- Schauenburg gab mir einen seiner Offiziere bei, um die
quar ^ e r rung Einquartierung der eingerückten Truppen zu besorgen,französischen Wer bedenkt, dass damals unsere Häuser noch nicht
Truppen.
nummerirt waren, dass kein Quartieramt am 5. März 1798vorhanden war, der wird sich eine annähernde Idee von dem-jenigen machen, was ich an diesem Tage zu leisten hatte.
Ich wies den Truppen, wie sie in den Strassen aufge-stellt waren, ihre Wohnungen an, und taxirte die letztemalsogleich nach der Kenntniss, die ich von ihrer grossemoder geringem Geräumigkeit haben mochte. Bis ungefähr 5Uhr Abends war alles einquartiert.
Bäcker und Schlächter wurden von mir zu Lieferungenangetrieben ; bei der Pfisternzunft wurden gekochte Portionenausgetheilt, bei der MorelPschen Apotheke ward Getränkeverabfolgt. Für die Reiterei war am schwierigsten zu sorgen.Mit der grössten Mühe konnten die Pferde nach und nach,und viele erst spät, unter Dach gebracht werden.
Partielle Beraubungen sind freilich an diesem Tage vor-gefallen, Uhren und Börsen sind von Soldaten der grossenNation mehreren Personen abgefordert worden; aber grobeGewaltthätigkeiten, Hausplünderung und Mord wurden dochin der Stadt meistens verhütet.
Ich war beschäftigt bis 3 Uhr Morgens des folgenden Tages.An Ruhe war aber auch dann nicht zu denken, denn mitAnbruch des Tages war nun ein Gedränge von unsern Leutenbei mir: man begehrte Hülfe für Verwundete, die vor denThoren lagen, Hülfe gegen Plünderung in der Umgegend,Speise aller Art für die Franzosen, Vorkehren zu Beerdigungder fiir’s Vaterland Gefallenen.