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Gottlieb von Jenner (1765-1834) : Denkwürdigkeiten meines Lebens / herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Eugen von Jenner-Pigott, Fürsprech und Mitglied des histor. Vereins des Kantons Bern
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sollte den Befehl über die Armee in Bern übernehmen und Gezwungene

Ileise nach

Brüne die Schweiz verlassen. Der letztere, wahrscheinlich Paris,damit sein Nachfolger von seiner Wirtliscliaft wenigstens veïl B e diegleich anfänglich nichts bestimmtes erfahren möchte, ent- Schweiz,schloss sich, mich zu entfernen, und ertheilte mir den 24. Märzden Befehl, mich in Begleitung seines Aide de camp, Guille-met, nach Paris zu begeben. (Beilage Nr. 15.)

Den gleichen Morgen, bald nach 11 Uhr, reiste ich inGesellschaft dieses Aide de camp, der von Besançon gebürtigwar, und unter Escorte zweier Husaren, von hier ab ; undes wurde der Weg über Iferten, Jougne und Pontarlier ein-geschlagen. Ich hatte einen Bedienten, der Soldat unter derStadtwache gewesen, ein sehr ehrlicher Mann war, übrigenskein Wort französisch sprach, und'etwas Weisszeug und Geldbei mir und war, wie bis auf diesen Tag in Bern, als Kriegs-Commissär gekleidet. Auf dem vordem Sitze des Wagensbefand sich eine mit mehreren Siegeln versehene Kiste, die,wie ich nachher vernahm, die Schuldbriefe der Stände Bern,Freiburg und Wallis, sowie einige des Standes Solothurnenthielt.

In Jougne verliess uns die Escorte und mit Postpferdenward die Ileise fortgesetzt. Hätte ich nicht schon aus allenvorigen Umständen schliessen können, dass ich nicht freisei, so musste ich doch nothwendig auf diesen Gedankenfallen, als bei Gelegenheit, da zu Pontarlier die Pferde ge-wechselt wurden, mir die wackere Wirthin daselbst anrieth,die Flucht zu ergreifen, und mir auch die Mittel dazu anbot.

Noch heute erinnere ich mich dankbar dieser wohlmeinendenTheilnahme an mir, der ihr völlig unbekannt war. Uebrigenswar Hr. Guillemet , ein junger Offizier voll Diensteifer,doch gleichgültig für Politik und über alles, was in derSchweiz vorging. Auf der ganzen Reise begegnete er mir mitGüte, jedoch ohne mich aus dem Gesichte zu verlieren. Inallen Städten, wo Pferde gewechselt wurden, stellte er michzur Visierung seiner feuille de route den Behörden vor. In