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Hrn. Langeac gethanen Schritte und bemerkten, dass der Unterredungbekannte Labarpe vielen Einfluss habe und dass ich ihn, so La “arpe.befremdend mir dieses auch Vorkommen möchte, doch be-suchen sollte. Da ich nun auch darin eine Möglichkeit er-kannte, meinen Zweck, d. h. den Nutzen meiner Vaterstadtzu fördern, so begab ich mich den gleichen Abend zu diesemMarine, den ich vorher nie gesehen und vor dem ich wahr-lich in mehr als einer Rücksicht Scheu trug. Zu meinemwahren Tröste aber wurde ich hei ihm nicht nur sehr gutaufgenommen, sondern er versprach mir gleich, seinen ganzenEinfluss zu unserm Zwecke zu verwenden, und hielt auch,was er mir in diesem Sinne versprochen.
Den folgenden Morgen überbrachte ich dem Minister des EmpfangAeussern, Herrn Charles Maurice von Talleyrand Périgord, Mi^Ldas Billet von Ramel. Er empfieng mich sehr kalt, doch höf- Talleyrand.lieh ; stellte ungefähr die gleichen Fragen, wie sein College,der Finanzminister, an mich und beendigte diese ersteAudienz mit den Worten : «Vielleicht kaufen Sie diese Pa-«piere , die viele Millionen werth sind, zurück. Reden Sie«seihst mit Ihren sich hier aufhaltenden Deputirten ; es wird«mir angenehm sein, Ihnen behülflich zu werden.»
An den Herren Langeac und Chambonnat, bei denenich durch unsere Deputirten eingeführt worden, konnte ichbald vermerken, dass ohne Geld die Unterhandlung stockenwürde. Ich äusserte alsogleich, dass ich mich anheischigmache, Mittel dazu ausfindig zu machen. Sie setzten michhierauf in Bekanntschaft mit Herrn Radix von Saintefoy, He«-einem alten Hofmanne, der unter den Königen Frankreichs sa^t^y.im diplomatischen Fache angestellt war. Dieser, ein sehrfeiner, durchtriebener, mit Mitteln zu Zwecken mancher Artvertrauter Mann, schon stark über 00 Jahre, hatte bei demMinister von Talleyrand täglichen Zutritt. Ohne nun die HerrenLangeac und Chambonnat ganz bei Seite zu setzen, hing ichmich doch hauptsächlich an Herrn von Saintefoy. Durch ihnerhielt meine erste Bekanntschaft mit Talleyrand eine weitere