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Infolge des Misstrauens, das man meines Zögerns wegenzu nähren sich berechtigt glaubte, und des Umstandes, dassdie Verwaltungskammer von Bern keine bestimmte Antwortertheilt hatte, äusserte sich die heftigste Stimmung in denRöthen zu Luzern, wo die Centralregierung, die ich begreif-licher Weise lieber in Bern ansässig gesehen hätte, allermeiner Bemühungen zu diesem Zwecke ungeachtet, den4. Oktober 1798 eingezogen war. Man fing an, die Vortheile,die durch jenen Vergleich Bern zugewachsen, mit neidischenAugen in Betrachtung zu ziehen. — Indessen hatte die ber-nische Verwaltungskammer lange gegen die diesfälligen An-sprüche auf alle Weise gekämpft, und es ist nicht zu ver-kennen , dass den Mitgliedern dieser Behörde für ihre derStadt Bern geleisteten Dienste nie genug Dank gezollt werdenkann. Allein die ansonst schon heftigen Leidenschaften derRevolution hatten durch den Krieg mit den kleinen Kantonenund durch die augenscheinliche Gefahr, in welche die helve-tische Republik bei dem Wiederausbruch eines Krieges zwischenOesterreich und Frankreich gerathen musste, neue Nahrungerhalten. Diese bedenklichen Umstände erschütterten nundie sonst so kraftvolle Majorität der bernischen Verwaltungs-kammer , benahmen ihr zum Theil ihre frühere Ent-schlossenheit und stimmten sie zu grösserer Nachgiebigkeitherab. Da nun andererseits der von Luzern aus ergehendeDrang der Forderungen um Geld und Rechnungsstellung denhöchsten Grad erreicht hatte, gab die Verwaltungskammernach und sandte ihren Präsidenten, den Herrn DirektorialrathBay, nach Luzern. In seinem Aufträge lag, vorerst, wie essich in Wahrheit verhielt, vorzustellen: «dass jene Schuld-«titel durch Herrn Jenner von der erobernden Macht erkauft«und von ihm Gelder zu diesem Zwecke verwendet worden,.« an die der helvetischen Regierung kein Recht zustehe ; dass« sie daher als sein Eigenthum zu betrachten und in diesem Be-«trelf keine rechtlichen Anforderungen an ihn geltend zu«machen wären.» Herr Bay war aber auch noch ferner in-
Sendung
des
Herrn BaynachLuzern.