Buch 
Gottlieb von Jenner (1765-1834) : Denkwürdigkeiten meines Lebens / herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Eugen von Jenner-Pigott, Fürsprech und Mitglied des histor. Vereins des Kantons Bern
Entstehung
Seite
58
JPEG-Download
 

58

Vergleichmit derhelvetischenRegierung.

Jenner begibtsich zurRechnungs-StellungnachLuzern.

struirt, im Fall der Noth der Gewalt nachzugeben ; und danun endlich alle seine Versuche, die Schuldtitel für Bernallein zu retten, missglückten, so musste sich dieser Beauf-tragte dazu bequemen, in Betreif der Sache die Bedingungenanzunehmen, die wesentlich, wie folgt, ins Reine gebracht,und festgesetzt wurden :

«1. Das Direktorium ratificirt den Vergleich vom 8. Flo-«réal Jahr 6 (27. April 1798).

«2. Die Summen, die in Folge des 5. Artikels desselben«an die Kantone Leman, Aargau und Oberland zu« bezahlen sind, werden bestimmt.

«3. Die geheimen, von der Verwaltungskammer zum Los-« kauf von wucherischen Lieferungsaccorden verwen-«deten Zahlungen sind derselben in Rechnung zu«passiren, und auf gemeine Lasten zu übernehmen.»

Nach Abschluss dieses Vergleichsaktes (siehe denselbenweitläufiger Beilage Nr. 40) der Verwaltungskammer mit derhelvetischen Regierung, überden bewussten anderen Vergleich,wurde ich nun von ihr, meinem bisherigen geheimen Com-mittenten, aufgefordert, nach Bern zu kommen, um, wiebillig, sie gegen die helvetische Regierung meinerseits seihstzu vertreten. Ich hielt mich für verpflichtet, dieser Auf-forderung und zugleich dem Rathe mehrerer wackerer Männervon Bern, mich nicht dagegen zu sträuben, Folge zu leisten,und zwar um so mehr, als sonst, durch meine Weigerungdagegen, das Verkommniss vom 8. Floréal eine isolirte Ver-handlung geworden wäre, hei der ich, als ihr Urheber, vonkeiner Seite Unterstützung zu erwarten gehabt hätte.

Da einerseits meine Hoffnungen, für das besondere Wohlmeiner Vaterstadt ein beträchtliches Vermögen zu retten, aufsolche Art ins Gedränge kamen, und ich anderseits, wie ichgestehen muss, solcher Anfechtungen überdrüssig zu werden*begann, so entschloss ich mich, nach Bern und von dort zurRechnungsstellung nach Luzern zu reisen. Ende Decemherging ich von Paris ab, nahm den in Basel hinterlegten Theil