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der Sclmhlschriften auf meiner Durchreise wieder zu Händen,und traf den 31. December 1798 in Bern ein. Hier setzte ich,durch Unterredung mit meinen bisherigen Vertrauten , michin Kenntniss über unsere allseitige Lage ; und wenige Tagenachher langte ich, in Begleitung des Herrn DirektorialrathsBay, Präsidenten der Verwaltungskammer, in Luzern an.
Daselbst fand ich, in Folge meiner Zögerungen und des be-sonderen Anscheins, in dem meine Verhandlungen unter demdortigen Gesichtspunkte sich natürlicher Weise darstellenmussten , die Gemüther in der meinerseits erwarteten miss-trauischen Stimmung gegen mich. Da ich diese Stimmungbereits in Paris vorausgesehen, dabei aber eben nicht wissenkonnte, ob meine abzulegende Rechnung vielleicht den gesetz-gebenden Käthen vorgelegt werden müsste, so hatte ich michauf alle Fälle dazu schon vorbereitet und vor allem für dieMöglichkeit gesorgt, die geheimen Auslagen in Paris aus demSpiele lassen und verheimlichen zu können. Leicht zu be-greifen ist, dass, rücksichtlich der Geldspendungen in Paris,öffentlich etwas zur Sprache zu bringen, keineswegs rathsamerscheinen musste.
Um diesem Uebelst-ande vorzubeugen, hatte ich mich zu VorbereitungenParis mit einem von dem französischen Finanzminister unter- Ke chnungs-schriebenen Inventarium der mir zurückgestellten Schuld- ablagc -Schriften versehen, in welchem gerade so viel derselben aus-gelassen waren, als, nach ihrem Wertlie berechnet, die ge-heimen Auslagen sich belaufen hatten.
Allein dieses Vorsichtsmittel fand sich gleich hei meinemersten Auftreten vor dem Direktorium unanwendbar. Dennda lag die bernische Rechnung der äussern Gelder vom Jahre1797 vor, und ich wurde aufgefordert , Blatt für Blatt nach-zuweisen, was aus den verzeichneten Posten geworden, undmeine Rechnung auf diesem Fusse zu stellen.
Der mir günstigen Umstände ungeachtet, dass vorerstder den 18. November letzthin eingetroffene bevollmächtigteMinister Frankreichs, Herr Perrocliel, ein Mann von guter