Die
Haltung
Frankreichs.
Schwere
Besorgnisse
Jenner’s.
Ehrenhafter
Entschluss.
Hier muss ich bemerken, dass Franzosen von bedeuten-dem Charakter zum Aufstande aufgemuntert batten. Alleindie französische Regierung selbst verhielt sich ihrerseits ruhigund schien anfänglich an der Sache keinen Antheil nehmenzu wollen; auch blieb das Verlangen der helvetischen Re-gierung, ihr die in französischem Sold stehende Schweizer-legion zu Hülfe zu schicken, von jenen lange unbeantwortet.Aus den mir von Paris her eingehenden Berichten ergabsich, was sich am kürzesten, wie folgt, zergliedern lässt :Verachtung der Schwäche der helvetischen Regierung, vor-züglich die des Präsidenten Holder; entschiedener Wille,den Aufstand nicht vollständig Meister werden zu lassen;im Hintergründe Drohungen des Consuls von Massregeln, diein kurzem ergriffen werden sollten etc. Ich sah von Seitedieser im Doppelscheine sich darstellenden Politik grosseGefahr für Bern’s Existenz, und andererseits mich allein nochdazu geeignet, Schlimmeres abzuwenden und vermittelnd auf-trete n zu dürfen. Daher schloss ich unbedingt mich an Verninacan, um in allen vorkommenden Fällen zur Stelle nach Be-dürfniss handeln zu können. Inzwischen war mir nicht unbe-wusst, wie übel mir die anscheinende Sonderung von ihrerSache von Seite der Berner und den übrigen Insurgentendamals ausgelegt werden würde. Aber meine Besorgnissewaren von zu ernster Art, als dass ich nicht dem einzigenGedanken hätte Raum geben müssen, mich für Bern eher aufdie Art, wie es ihm am sichersten zum Vortheil gereichenkonnte, als nach der Meinung und dem Willen mancher seinerBürger, zwecklos zu opfern.
Am Tage der Capitulation von Bern hatten meine Freunde,und unter ihnen vorzüglich Herr Wurstemberger von Burgdorf,mich zur öffentlichen Anschliessung an ihre Sache zu be-wegen gesucht. — Allein in Folge meiner oberwähnten Be-sorgnisse blieb mein Entschluss unerschütterlich, auf derBahn, die ich aus Ueberzeugung von ihrem eigenen Bestengewählt hatte, zu verharren. Ich hätte durch jenes Anschliessen