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Folgen
des
Abzuges
der
Franzosen.
Aufstandgegen diehelvetische
zum ersten Male seit dem Jahre 1798 und in einem Fache,das, als das der äussern Angelegenheiten, mich damals bei-nahe ausschliesslich mit Frankreich in Verbindung brachte.
Kaum waren indessen die französischen Truppen aus derSchweiz abgezogen, so geschah auch, was leicht vorauszu-sehen war, die Parteien nämlich fingen an sich zu bethätigen.
Mit gewaffneter Fland widersetzten sich die kleinen Kantoneder Einführung der neuen Verfassung, mehrere ehemals aristo-kratische Kantone traten gleichfalls aus den Schranken ihrerbisherigen Duldsamkeit; so verschloss auch Zürich seineThore dem helvetischen Heereshaufen des Generals Andermatt.
Den 2. September überreichte noch der Ritter von Camanosein Creditiv als spanischer Bevollmächtigter, einer Regierung,die sich ihrer Auflösung nahte.
Zwischen den Bernern, denen ich immer, was möglichwar, leistete, und den helvetischen Behörden wurde nun nochim Beisein des französischen Botschafters, zur Erzielung einer Regierung,befriedigenden Ordnung der Dinge, und um die Auswahleines genügenden Personales in dieselbe, unterhandelt. Alleindie Gährung hatte zu viel um sich gegriffen, man machtehöher gesteigerte Ansprüche, und so trat gegen die Berner,seihst von Seite der gemässigten helvetischen Partei, an derenSpitze Dolder stand, Kälte ein. Die Folge davon war, dassDolder in seiner Wohnung aufgehoben und nach Jegenstorfabgeführt wurde. Von hier wurde er zwar einige Tage nach-her entlassen und übernahm wieder das Präsidium der voll-ziehenden Behörde; allein der Beweis von Charakterschwäche,die er hei diesem Auftritte gezeigt, war für ihn von unwieder-bringlichem Nachtheil. Er verlor die Achtung der Schweizer,wie der Franzosen, die ihm früher noch in einigem Massezukani. Unterdessen bewaffneten sich, unter Anführungvon Bernern, das Oberland und das Aargau. Unter Ander- Diematt’s Befehl war Zürich den 10. September beschossen ^ elvetlscheworden; und schon den 18. war [die helvetische Regierung capitulâtm Bern gezwungen, zu kapituliren, um sich nach Lausanne naohLausannezu begeben.