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Den 11. April war ich aber in den grossen und den 20.in den kleinen Rath erwählt worden. Den 5. Mai kam ichin den Finanzrath.
Die geretteten Allein die mir in Folge dieser Ernennungen anferlegten Ver-Achtungen mussten mittlerweile anderwärtigen, dringenderenGetahr. weichen. Denn noch einmal musste ich mich zur Rettungder noch übrigen Schuldtitel des alten Berns nach Paris be-gehen. Durch die Vermittlungsakte war nämlich festgesetztworden : dass die sämmtlichen bernischen Schuldtitel zur Be-zahlung der helvetischen Staatsschuld verwendet und derdann noch übrige Betrag derselben unter die ehemaligen Be-standteile der Kantone Bern, Aargau und Waadt vertheiltwerden sollte.
Auf diese Weise wären die Früchte- meiner vielfältigenAnstrengungen dennoch zum grössten Theile für Bern ver-loren gegangen. Dies bewog die Regierung sowohl, als dieStadtbehörde, mich vorerst nach Freiburg zu senden, um zuversuchen, oh Herr von Affry bewogen werden könnte, inFolge seiner ausserordentlichen Vollmachten es auf sich zunehmen, diesfalls für Bern wohlwollend einzuschreiten. Alleiner glaubte nicht, sich mit der Sache befassen zu dürfen,und wollte mir selbst nicht einmal einen Charakter zu einerNeue Mission Reise nach Paris ertheilen, der von ihm auszugehen undnach Pans. jäher m j| i] mi j n Verbindung zn stehen geschienen hätte.Ein solcher Charakter war inzwischen nach dem Sinne derVermittlungsakte unumgänglich nothwendig geworden, umZutritt zu den französischen Consuln, ja selbst nur zu denMinistern, zu erhalten. Der Gegenstand war aber für Bernzn wichtig, um nicht das Aeusserste zu versuchen. Demnachward ich ohne öffentlichen Charakter nach Paris gesandt undmeine ganze Beglaubigung bestand nur in einem Schreibendes Stadtraths an Herrn von Talleyrand und einigen vor-zeigbaren Instructionen dieser Behörde. (Beilage Nr. 85.) Zu-dem hatte ich noch besondere Aufträge, in Betreff der Art,wie der Sinn einiger Bestimmungen der Vermittlungsakte,