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Grenz-berichtigungzwischenFrankreichund derSchweiz.
Jenner’sVater stirbt.
Erwählungzum Ehren-gesandten andie KrönungNapoleons I.
gesetzt, für meinen Verlust mich auf dem mir anvertrantenGute zu entschädigen. — So wäre ich durch mich selbst inder mir eigenen aufrechten Stellung, die meinen Trost undmeine Zuversicht in jenen Tagen der Prüfung ausmachte,bedroht gewesen. Genug, diese ernste Betrachtung liess michunwandelbar den Entschluss bewahren, in jenen günstigenVerhältnissen mich von jeder Unternehmung jener Art entferntzu halten. — Nun war aber auch, als ich durch Ablegungund Zulassung meiner endlichen Rechnungen der Nothwendig-keit solcher Berücksichtigungen erledigt war, der günstigeZeitpunkt verflossen, der zu den grössten Gewinnen Gelegen-heit geboten hatte, nnd die Lust nach Rappen zu fischen, inmir, der diejenige, in welcher Franken zu erfischen waren,unbenutzt vorüber gehen liess, erloschen.
Nun kehre ich endlich von den Betrachtungen undAeusserungen, zu denen mich meine Privatverhältnisse ver-anlasst, wieder auf die Bahn der öffentlichen Angelegenheitenzurück und verfolge den Faden der geschichtlichen Ereignisse.
In dem zuletzt berührten Zeitpunkte war es um dieGrenzberichtigung zwischen Frankreich und der Schweiz zutliun, und der diessortige Auftrag kam an mich und Hrn. Stadt-seckelmeister Fischer. Aber die damaligen Zeitumständehemmten die Unterhandlungen, die erst viel später durchandere Personen beendigt wurden.
In dem nämlichen Zeitpunkte hatte ich das Unglück,meinen verehrungswürdigen Herrn Vater zu verlieren.
Die im Laufe des Sommers eröffnete, seit dem Beständeder Vermittlung zweite, Tagsatzung begann ihre Sitzungenunter dem Vorsitze des Landammanns der Schweiz, HerrnSchultheissen von Wattenwyl. — Diese höchste Landes-behörde fasste den Beschluss, nach dem Beispiele so mancheranderen Continentalstaaten, zur Krönung Napoleon Bonaparte’sals Kaiser der Franzosen, eine Gesandtschaft abzusenden,und mir widerfuhr die Ehre, zum Mitgliede dieser collektivenGesandtschaft erwählt zu werden. Sie bestand im ganzen