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Resultatlose
Unter-
handlungen
mit
Talleyrand.
düng dieselbe kurz darauf in sammtene und gestickte um-zuwandeln wusste, — beehrten uns gleichfalls S. päpstlicheHeiligkeit, Pius VII., und andere Souveräne durch Er-theilung von Audienzen.
Inzwischen hatten unsere mit dein Minister Talleyrandgepflogenen Unterhandlungen um Handelsbegünstigungenkeinen Erfolg. Aber auch bei dieser Gelegenheit bewährtesich das Feingefühl des Ministers und seine uns wohlwollendeGesinnung. Ich wurde von der Gesandtschaft vorangestellt,um der eigentlichen Eröffnung unseres Gesuches den Wegzu bahnen und dieselbe einzuleiten. In vertraulichem Tonebemerkte er mir : «Je n’ai pas de couleur». Das wollte sagen :Er kenne in Betreff der Sache seines Herrn Willen nicht.Auf mein näheres Andringen erfolgte die Antwort : «Ne gâtezpas votre mission !» Ungeachtet der Mittheilungen, die ichdarüber an die Gesandtschaft gelangen liess und meiner ent-schiedenen Abrathung, glaubte diese gleichwohl weitere Ver-suche bei dem Minister machen zu sollen. Die Herren vonReinhard und Zellweger wurden nebst mir an ihn abgeordnet.Ich musste den Faden der Unterredung zuerst aufnehmen, unddie Antwort auf meinen Vortrag wurde in die Frage gekleidet:«N’avez-vous pas fait de rapport à vos collègues sur ce (pie«je vous ai dit précédemment?» Auf unsere Vorstellung, wielebhaft und allgemein der Wunsch, doch etwas zu erhalten,in der Schweiz geworden, sagte er endlich : «Ce n’est pas le«moment; ce n’est pas dans votre position. Messieurs, pour-«quoi voulez-vous nous forcer à des réponses pénibles?»
Einige Tage später lud er mich zu einem Mittagessenein, zu dem auch viele derjenigen, die sich als Gegner jederder Schweiz einzuräumenden Handelsbegünstigung zeigten,geladen waren, und zwar eigentlich nur, um mir in Folgeder von ihnen gehörten Aeusserungen und Bemerkungen be-greiflich zn machen, welche Schwierigkeiten sich unserenWünschen und seiner Mitwirkung zur Erfüllung derselbenentgegen stellten. (Beilage Nr. 91.)