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Gottlieb von Jenner (1765-1834) : Denkwürdigkeiten meines Lebens / herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Eugen von Jenner-Pigott, Fürsprech und Mitglied des histor. Vereins des Kantons Bern
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262
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Gang gehen, um seine Entlassung von der Stelle eines Finanz-Commissa-rius durch den Finanzrath hei Uns angesucht.

Nachdem Wir nun diesen Vortrag in Betracht gezogen und dabeierwogen haben, wie oft dieser Unser Geliebte Grosse Rathsverwandte,während seines öffentlichen Lebens, das gemeine Wesen mit Eifer, Ge-schicklichkeit, oft mit der grössten Anstrengung gefördert ; alle Aufträgeund Geschäfte, zu denen er berufen worden, willig übernommen, und soviel es nach den Umständen möglich war, glücklich ausgeführt, so habenWir ihm nicht nur in seinem Begehren entsprochen und ihm seine Ent-lassung von der Stelle eines Finanz-Commissärs in den LeberbergischenAemtern in allen Ehren ertheilt ; sondern Wir erklären hiermit, dassgedacht Unser Geliebte Grosse Rathsverwandte, sowohl durch früher be-sorgte Aufträge und Geschäfte, als insbesondere durch die vierjährigeunentgeldliche*) Verwaltung der Finanzen im Leberberg, sich um die Re-publik wohl verdient gemacht habe.

Als Anerkennung dieser Verdienste und als öffentliches ZeugnissUnserer gänzlichen Zufriedenheit mit seiner Verwaltung, Unseres Dankesund Unseres Wohlwollens, haben Wir gegenwärtige Urkunde ausfertigen,durch Unser fürgeliebtes Ehrenhaupt und Unsern Geliebten Staatsschreiberunterzeichnen und mit Unserem Standessiegel verwahren lassen.

Gegeben in Bern in Unserer Grossen Rathsversammlung den

8. März 1820.

Der Amtsschultheissder Stadt und Republik Bern:(sig.) Fried, von Mülinen.

Der Staatsschreiber:(sig.) I). A. Gruber.

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Rathsschreiben an Mn. Hg. Hrn. von Jenner, alt Oberamtmann vonPruntrut, d. d. 15. März 1826.

Schultheiss und Rath der Stadt und Republik Bern, Unsern Grussbevor, Wohledelgeborner, Lieber und Getreuer Grosser Rathsverwandter !

Nachdem Euch, Unserm geliebten Grossen Rathsverwandten, infrühem Zeiten das Glück zu Theil geworden, dem gesammten scliweize-

*) Wo wäre der Beamte heutzutage noch zu finden, der 4 Jahre lang einsolches Geschäft, neben einer andern amtlichen Stellung, unentgeldlich besorgenwürde? (Anmerkung des Hercmsgebers.)