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Gottlieb von Jenner (1765-1834) : Denkwürdigkeiten meines Lebens / herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Eugen von Jenner-Pigott, Fürsprech und Mitglied des histor. Vereins des Kantons Bern
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risclien Vaterlande und dem hiesigen hohen Stand insbesonders in politi-schen Missionen die wesentlichsten Dienste zu leisten ; nachdem eine klugeund äusserst thätige Verwaltung eines Oberamts, in dem schwierigstenZeitpunkt übernommen, Euch den Dank und die Zufriedenheit der Kegie-rung und die ausgezeichnete Hochachtung Eurer Mitbürger erworben ;vernehmen Wir heute durch den Finanzrath, dass ein Auftrag andererNatur von Euch aus Liebe für Beförderung des gemeinen Besten über-nommen, mit unverdrossener Thätigkeit und Beharrlichkeit ausgeführtund allbereits glücklich zu Ende gebracht worden ist. Es ist dieses dieVerfertigung des Cadasters für die Leberbergischen Aemter, dessen Lei-tung Euch, als dazu eigens ernennter Commissar aufgetragen worden ist.

In einem Lande, wo dergleichen Arbeiten noch nicht oder höchstunvollkommen vorgekommen, wo es daher an fähigen Arbeitern gebrach;bei den wenigen Hülfsmitteln, die sich vorfanden, ist es doppelt verdienst-lich, dass dieselbe in acht Jahren zu Stande gekommen ist, und wennWir einen Blick auf diejenigen Verfügungen werfen, die von Euch ge-troffen worden sind, so erblicken Wir hierbei einen abermaligen BeweisEurer unermüdeten Arbeitsamkeit, mit welcher Ihr Euch selbst in einneues Fach eingearbeitet, mit Hülfe einiger einsichtsvollen Männer dienöthige Instruktion abgefasst, eine Menge eingetretener Schwierigkeitenbeseitigt, und alles so eingeleitet habet, dass das Werk ohne Aufenthaltgefördert werden und die Vollendung erhalten konnte, zu der es wirklichgelangt ist. Auch die verständige Benutzung dieser Gelegenheit zumancherlei topographischen, statistischen und andern Notizen, über diesennoch nicht genau bekannten Landestheil, ist Uns nicht entgangen.

Das Ganze verdient Unsere völlige Zufriedenheit und Unsern bestenDank, die Wir Euch hiermit bezeugen, mit den besten Wünschen fürEure Erhaltung in guter Gesundheit, zu noch fernem in Euerm Willenund in Euern Kräften liegenden, gemeinnützigen Diensten.

Gott mit Euch !

(sig.)

(sig.)

Der Amtsscliultheiss :Fried, von Miilinen.Der Staatsschreiber.G ruber.