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«et autres des deux parties qui trafiqueront et négocieront des uns aux autres Pais,
«seurement et sans aucun empêchement, en corps et en bien, librement et à leur vo-lonté, aller, venir, séjourner et demeurer par le Pays de l’une et de l’autre partie,
«sans fraude ni déception.» *)
In einem (ersten) Beibrief erklärte König Ludwig mit Bezug auf jenen 20. Artikel desVertrags/ „betreffend die Eydgnössischen Kaufflüth/ fo in Franckrych handlend/ so viel die„Befreyung der Zöllen und Vfflagen belanget: daß die gedachte Kaufflüth von den Orthen„und Zugewandten genießen söllend für alle ihre Waaren., so wol die so in der Eydgnoß-„ schafft fabrieirt und zubereitet werden, als andere/ welliche nach dem Traktat des Ewigen„Friedens von Anno i5ia der gemeldten Zöllen und Vfflagen befreyt syn sollend/ so wol„die uß Frankrych hinvß alS die hinyn gahnd/ aller Privilegien und Freiheiten/ die sy zu„ genießen / in Kraft besagten Traktats des Ewigen Friedens: Die gedachte Kaufflüth sollend„ auch uit wyterS angefochten werden / oder bekümmert in einichen Weg / wie das syn möchte/
„zuwider den gedachten Freiheiten; Sy sollend auch die vß ihren Waaren erlösende Gelder„ transportiren mögen/doch sich darüber anmelden und die nothwendige Paßporten nemmen rc.rc."**)
Am 17. November 1663 befahl Ludwig xiv. die Einregistriruug der oben erwähnten <7. Nov <663lettres patentes vom 19. Juli 1658 / um dieselben gegen die Verjährung zu schützen. Zueben der Zeit erfolgte die nachfolgende Publikation:
»Der glorreich regierende König Ludwig XIV. hat die ewigen Freundschafts-/ Friedens-und Allianzverträge mit den großmächtigen Herren, den Souveränen der XIII Kantone/ erneuertund alle Privilegien unter denselben Klauseln und Vorbehalten/ wie dieselben durch dieKönige Ludwig XI. und Franz und besonders durch den König Heinrich IV. im Jahr 1602bewilligt worden stnd/ mit jedem Kanton in verschiedenen Jahren seit 1655 bis im November1663 bestätiget/ worauf er sie feierlich mit allen Kantonen und ihren Verbündeten imAllgemeinen und im Besondern ratifizirt hat. Dieß von Punkt zu Punkt und ohne Rückhaltund Minderung zu halten/ hat Seine Majestät durch einen öffentlichen Eid auf die heiligenEvangelien in der Kirche Notre-Dame in Paris in Gegenwart aller schweizerischen Abge-ordneten und ihrer Verbündeten / so wie in Gegenwart der Abgesandten aller Könige/ Fürstenund Staaten Europa's versprochen."
«De Roy Louis XIV. glorieusement Régnant a renouvelle les Traitez d’Amitié,
«de Paix et d’Alliance perpétuelle, avec les très-inagnisiques Seigneurs Souverains des«Treize Cantons, ainsi que de tous les Privilèges qu’il a confirmez, aux mêmes clauses,
«conditions et avantages accordez par les Rois Louis XI. et François et particulièrement«par le Roy Henry IV. en l'an 1602. Avec chaque Canton, en differentes années«depuis l’an 1655. jusques en Novembre 1663. Qu’il les a solemnellement ratifiez avec«tous les Cantons et leurs Co-Alliez en particulier et en general: Ce que Sa Majesté«a promis par Serment publiquement fait sur les saints Evangiles dans l’Eglise de Nostre-« Dame de Paris, devant tous les Ambassadeurs desdits Suisses, ceux de leurs Alliez, et«autres de tous les Rois , Princes et Estats de l’Europe presens, de maintenir et con-« server de point en point, sans aucune reserve ni diminution.» ö * fiB )
Deßungeachtet wurden im Laufe der Zeiten von Seite der französischen Stellen immerwieder Eingriffe in die schweizerischen Privilegien versucht. Und gleich wie sich Ludwig XI V.
Abänderungen in den Militärkapiculationen erlaubte / so wurden auch die Handelöprivilegiender Schweizer willkührlich in einem für die letzter« ungünstigen Sinn gedeutet.
*) Vogel, privilèges, pag. 136. **) Holzet/ pag. 385. ***) Vogel, privilèges, pag. 1^8-