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ausgezeichneten Aargau gelangt, oder über Genf längs den mit freundlichen kleinen Städtchen be-säßen Ufern des Genfersees durch die üppigen Rebgelände der Waadt in den reichen KantonBern eintritt. Wo sieht man schönere Straßen als in der Waadt und Bern, wo wohnt der Land-mann bequemer und schöner als in diesem letztem Kanton?
Die durchgehend gut gekleideten Bauern, die der Reisende begegnet, die wohlgenährten Pferde> des Landmanns, die prächtigen Ochsen, die den Pflug ziehen, wie das schöne Vieh auf den saftigen
' Weiden, sind alle Bürgen für die Wohlhabenheit des Landes, die sich allerorts, wo man nur immer
hinblickt, in tausendfältigen Bildern abspiegelt. Ja selbst der Reisende, der aus der Lombardie,vielleicht dem reichsten Lande Europas, in den Kanton Tessin gelangt, nimmt kaum Abnahme derl Wohlhabenheit wahr, wenn er auch nicht mehr so viele herrschaftliche Sitze erblickt, wie in dem Lande,das er eben verlassen hat, und jedenfalls wird ihm der Gotthardspaß Achtung abzwingen für dasf Volk des kleinen Kantons Ury, das Muth und Kraft genug besaß, ein solches Werk zu unternehmen und^ das seinen Miteidgenossen Vertrauen genug einflößte, um ihm ihre Geldkräfte zur Verfügung zu stellen.^ Ueber den ernsten majestätischen Vierwaldftättersee auf schnellem Dampfschiff dahin gleitend,i wird er nicht zürnen, daß die Menschen die herrlichen Ufer dieses Sees nicht durch viele Bautenverdorben haben, zumal auch die schönsten Paläste so weit zurückbleiben müßten hinter der Majestät der, Natur. Brunnen und, über dasselbe herunterblickend, Schwyz, Beckenried hinter seinen großen Nuß-i bäumen, Stans in Mitten der schönsten grünen Wiesen und Alpnach still im äußersten Winkel des, Sees, beweisen dem Fremden, daß auch bei der reinen Demokratie stille Wohlhabenheit gedeiht.I, Auch im Kanton Luzern zeugen reiche Fluren und Felder und schöne Dörfer für unzweideutigenWohlstand.
i Sollten diese lieblichen Bilder alle nur Täuschung enthalten, zeigen sie nur ein schönes äußeres, Gewand, das inneres Elend verbirgt? Nein, wahrlich nicht! Je mehr man die Zustände desschweizerischen Volks bis ins Einzelne verfolgt, um so entschiedener wird man sich von der allgemeinverbreiteten Wohlhabenheit überzeugen. — Kein einziges Land in Europa, England nicht ausge-nommen, ist mit einem Straßennetz, wie die Schweiz, überzogen, wo nicht nur jedes kleine Dorf,sondern jeder Hof und Weiler seine fahrbare, in gutem Stande erhaltene Straße besitzt I. Unserex Straßen zweiter und dritter Klasse sind ebenso gut angelegt und besser unterhalten, als die Haupt-
> straßen in manchen andern Staaten. Kein einziger Staat Europas wäre im Stande, auf seinem
> Gebiet ein verhältnißmäßig gleiches Straßennetz auszuführen, wie die Schweiz ein solches besitzt,§ ohne sich in Schulden zu stürzen, und doch hat die Schweiz keine nennenswerthen Staatsschulden,i obschon Straßenanlagen theils wegen dem hohen Preis der Güter, theils wegen der Beschaffenheit, des Bodens wohl nirgends kostspieliger sind.
) >) kranscini (Ruovs St-itiztica S. 266) berechnet für die Schweiz 3,600 Kilometer Kantonalstraßen, was beinahe
1 Kilometer Straßen auf tO Kilometer Flächeninhalt ausmacht oder 1 Kilometer Kantonalstraßen auf 645 Ein-wohner. Neben diesen bestehen die vielen, durch die Gemeinden durchschnittlich sehr gut unterhaltenen Vicinal-wege. Durch diese letzter« zeichnet sich die Schweiz vorzüglich aus und diese habe ich zunächst im Auge, wenn) ich erwähne, daß kein anderer Staat ein gleiches Straßennetz besitze.
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