I. A b s ch nit t.
Bonapartes Abreise aus Italien.
Unter die blutigsten Kämpfe, welche die Weltgeschichteauszuweisen hat, gehört unstreitig der mit dem Ausgange desJahres 1797 beendete französisch-italienische Krieg. Das schöne,blühende und reiche Italien fiel unter den gewaltigen Schlägeneines kühnen Eroberers Frankreich als Beute zu. Bonaparten's,des nachherigen Kaisers, militärisches Genie, die von demselbengebildeten ausgezeichneten Generale, seine von Sieg zu Sieggeführte tapfere Armee, sie hatten in 67 Gefechten und 18größer» Schlachten dieß Werk vollbracht.
Es war im Frühjahr 1797 (Ende März und AnfangsApril), als aus den engen Schluchten der Neumarkt der fran-zösische General Massena den österreichischen Erzherzog Carlauf die Höhen des Sömmering, nur 25 Stunden von Wien,zurückgedrängt hatte. Da erfaßte Schrecken die Kaiserstadt,die jungen Erzherzoge, die Prinzessinnen flohen nach Ungarn,schon flüchtete man aus der kaiserlichen Burg die Kroninsignien,das Haus- und Familien-Archiv auf die Donau, und der Hof,die Großen des Reichs, der Kaiser selbst schickten sich an, dieResidenzstadt zu räumen. Zuletzt nahm man aus der HandBonapartes den vorläufigen Frieden.
Bonaparte, damals kaum 28 Jahre alt, verwegen durchunerhörte Erfolge und eifersüchtig, seinen militärischen Ruhmmit demjenigen eines geschickten Diplomaten zu verbinden, unter-zeichnete, ohne die Ankunft des vom Direktorium zu Paris vonCarnot nach Leoben gesandten Clarke abzuwarten, eigenmächtig,am 18. April (29. Germinal) zu Eckeröwalde, einem.bei Leobengelegenen Schlosse, den Präliminarvertrag.
♦