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drohte und sprach von seinem Reisewagen, der zur Abreise inBereitschaft stehe, — — da — — man saß im Konferenz-zimmer Cobenzels um einen länglicht viereckigen Tisch, an desseneinem Ende die österreichischen Abgeordneten, an dessen andernBonaparte, — erhebt sich der letztere zornentbrannt von ftinem u
Sitze, geht auf eine im Zimmer befindliche Console zu, greiftnach dem auf derselben stehenden prachtvollen Porzelanservice j
— ein Geschenk der russischen Czarin an Cobenzel — und ï
wirft dasselbe wüthend und mit den Worten zu Boden: „Der„Krieg ist erklärt! Aber bedenken Sie, daß ich, noch ehe„drei Monate vergehen, euere Monarchie zerbrechen werde,
„wie ich dieses Porzellan zerbreche!" — Dieses sagend ver-läßt er hastig den Saal und sendet, in seinen Wagen steigend,dem Erzherzog Carl die Meldung zu, daß binnen 24 Stundender Krieg wieder beginnen werde.
Cobenzel gab nun nach und am folgenden Morgen, am f
26. Vendémiaire (17. Oktober) wurde der berühmte Friedevon Campo Formio unterzeichnet.
Man gab ihm diesen Namen nach einem kleinen zwischenbeiden Heeren gelegenen Dorfe, in dem man aber aus Mangeleines geeigneten Lokals sich nie versammelt hat.
Der in 24 Artikeln abgefaßte Friede von Campo Formioberührt die Schweiz') nur in so weit, als darin die, an unsern
') Verdeil, der jüngst zu Lausanne verstorbene Geschichtschreiber des Waadt-landes sagt m seiner Geschichte der Waadt Tom. III. p. 424. «On s’é-«tonna qu’il eut aucune stipulation dans ce traité relativement«à la Suisse et que le maintient de son existence ne reçut au-«cune garantie et ce silence significatif après la reunion de la«Valleline à la Cisalpine devint bientôt menaçant par les procédés«de l’ambassade française.»
In Wit.endachs Annalen (Stadtbibliothek Mspt.) wird jedoch behauptet,daß wahrend der Udiner Konferenzen von Oesterreich eine Theilung derSchweiz in Borschlag gebracht worden sei, ob im Ernste oder um nicht an-nehmliche Anträge zu thun, um dann auch seiner Seits welche verwerfen zukönnen, bleibe dahingestellt.
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