5
Am 14. Fructidor (31. August) machte der Kaiser aber-mals einen Versuch, auf Bern zurückzukommen und sandteeinen dritten Abgeordneten, von Degelmann, seinen Bevoll-mächtigten in der Schweiz, mit dem Auftrage an Bonaparte,von ihm als ersten Kongreßort Udine, als zweiten Rastadt,als dritten aber Bern, zu einem erweiterten Kongreß, zuwelchem auch Großbritaniens Gesandte zugelassen würden, zuverlangen 0
Abermals widersetzte sich Bonaparte hartnäckig und wieder-holte seine frühern Drohungen. Die Revolution vom 18. Fruc-tidor (4. Sept.) gab denselben einen eigenthümlichen Nachdruck.Drr Kongreß, der schon am 1. September zu Udine begonnenhatte, verblieb daselbst und auf Bern wurde verzichtet. ZuUdine verfochten des Kaisers Sache nebst Gallo, Meerfeldund Degelmann noch ein vierter Bevollmächtigter, der Grafvon Cobenzel, früher Gesandter in Petersburg, ein ergrauterStaatsmann und ein dem Kaiser besonders ergebener Diplomat.Zhnen gegenüber vertrat Frankreich der einzige Bonaparte.'
Derselbe hatte eine unweit Udine gelegene Villa, Passe-riano, Cobenzel und seine Kollegen ein Hötel zu Udine be-zogen. Die Konferenzen fanden bald hier bei Cobenzel, baldzu Passeriano statt und währten bis zum 16. Oktober.
Bonaparte sehnte sich nach den Triumphzügen in Parisund nach dem doppelten Lorbeerkranz, den ihm die Sieges-und die Friedens-Göttin zugleich aufs Haupt setzen würden.— Er drängte daher zum Abschluß. — Da erhob sich noch amAbend des 16 Oktobers ein so heftiger Streit zwischen denFriedensmännern (es handelte sich um die Festung Mantua,welche Oesterreich gegen diejenige von Mainz nicht abtretenwollte), daß der ganze Friede in Frage gestellt ward. Cobenzel
Vom 4 Juli an war ein Kongreß zu Lille für den Frieden zwischenFrankreich und England versammelt gewesen Malmesbnry verfocht Englands,Bonnier und Treilhard Frankreichs Interessen. Der Friede war schon aus demPunkte abgeschlossen zu werden, als ihn der 18. Fructidor (4. September)vernichtete.