Buch 
Bonapartes, des Général-en-chef der italienischen Armee, Reise von Mailand nach Rastadt durch die Schweiz und die bernischen Lande im November 1797 / von B. von Mülinen-Gurowsky
Entstehung
Seite
8
JPEG-Download
 

8

Sofort richtet sich Bonaparte zur Abreise — doch ehe erItalien verläßt, besetzen 30,000 Franzosen unter Berthier diecisalpinische Republik, räumt er Oesterreich die Lagunenstadtund scheidet endlich nach zwei freihcitsbegeisterten Anreden, dieerstere am 11. November an das cisalpinische Volk, die letzteream 16. November an seine Armee, von dem Schauplatze seinerTriumphe.

Am 17. November verläßt Bonaparte Mayland, durch-stiegt Piémont und kommt am folgenden Tage, den 18. Nov.,zu Turin, der sardinischen Hauptstadt, an. Glänzende Feste,reiche Geschenke für ihn wie für die Generalin, die spätereKaiserin Joséphine, sind auf dem ganzen Wege zu seinemEmpfange bereit. Fürsten und Völker drängen sich herzu, dengroßen Feldherrn in der Nähe anzuschauen. Nur kurze Zeitweilt Bonaparte zu Turin, nur von 6—9 Uhr Morgens, umsich einige Rast zu gönnen; der König Karl Emanuel IV.schenkte ihm ein herrliches, mit Gold, Silber und Edelsteingeschmücktes Reitpferd, das er ihm entgegensandte und welchesBonaparte dankbarst annahm für den Schutz, den er dem sar-dinischen Könige beim französischen Direktorium erwirkt. EinBesuch beim König fand nicht statt, weil er Bonaparte einerVerlegenheit enthob, da der Eroberer Italiens schon wußte,wie nahe Sardiniens Thron seinem Untergänge sei, dem erbis jetzt seine Erhaltung gefristet hattet) Von Turin nahm

9 Bonaparte besuchte die Subalpinische Hauptstadt drei Mal, — als Generalim November 1797; als 1. Consul am 26. Juni 1800, und als Kaiser am26. Dezember 1808. Am 27. Abends gab ihm die Munizipalität ein glän-zendes Ballsest. An demselben stieß zufällig und ungeschickt eine Gräfin Mathis,die damals schönste Dame Turins, an den ihr zur Seite tanzenden Kaiser.Aergerlich drehte fick derselbe gegen fie und sagte zu ihr: „Madame, Siemachen mich zurückgehen" (vous me faites reculer). — «Sire» erwiedertefie rasch, — c’est pour la première soi.» Diese prompte und witzigeAntwort gefiel Bcnaparte so sehr, daß er fortan dieser Dame die huldreichsteVerehrung bezeigte, (Gazette Piémont. 1797, Nr, 47 et 50. Annalesdu Piémont. Libre ou Indicateur Piémontair. Tom. I. 1800. Mo-niteur universel (de Turin). 1808.