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abgeht. Der erste und dritte Referent befanden sich in dempersönlichen Geleit Bonapartes und wir haben keinen Grund,die Treue der Erzählung weder bei dem einen noch bei demandern der Berichterstatter zu bezweifeln. Auch fehlen unsüber einzelne Theile der Bonapart'schen Reise durch den Kan-ton Bern die offiziellen Berichte nicht ganz — da die nochvorhandenen Korrespondenzakten des ehemaligen GeheimenRaths der Regierung Berns die amtlich en Rapp orte ent-halten, welche waadtländische Landvögte über des GeneralsReise durch die Waadt ihren Obern eingesandt und welcheRapporte ich an geeigneter Stelle mittheilen werde.
III. Abschnitt.
Bonapartes Reise durch die Waadt und denKanton Bern.
Ii. Reiseberichte.
Jenseits Coppet, Genf zu, erreichte Bonaparte am Abenddes 22. Novembers zuerst das Städtchen Versoir, bekannt durchden im Jahr 1769 von Frankreich beabsichtigten, aber nichtausgeführten Festungsbau, der Genf vollkommen von derSchweiz abgeschnitten hätte. Hier wollte nun einer der beiBonaparte im Wagen sitzenden Generale ihn bereden, eineWallfahrt nach dem Schlosse Ferney, Voltairs einstigen Wohn-sitz, zu machen; allein Bonaparte, der seines Begleiters Ver-ehrung für den Philosophen von Sanssouci keineswegs theilte,wies diese Wallfahrtslust als unnöthig und zeitraubend vonder Hand.
Hierauf gelangte Bonaparte nach Coppet, die erste bernischeGrenzstadt, in welcher seit 8 Tagen Berns Abgeordnete desGenerals Ankunft mit Ungeduld entgegensahen.
Der erste Bericht erzählt dieß wie folgt: