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Geschichte der Schweizertruppen im Kriege Napoleons I. in Spanien und Portugal (1807-1814) / allen Freunden vaterländischer Geschichte gewidmet von Dr. Albert Maag, Lehrer der Geschichte und griechischen Sprache am Progymnasium Biel
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der Weltgeschichte fügte es, dass nicht viel mehr dennhundert Jahre später der gleichsam prophetische Aussprucheines sterbenden Monarchen zur That wurde, dass, gleich-wie das entartete Geschlecht der Habsburger übermüthigenBourbonen weichen musste, auch diese nach Verfluss jenesZeitraums in Spanien ein Bild verächtlichster Entartungboten und mit Schimpf und Schanden, zugleich aber auchunter Hohn und Spott des Thrones verlustig gingen:Intriguen hatten in Madrid einem Bourbonen die Kroneverschafft, Intriguen haben dieselbe einem solchen wiederentrissen. Dieser soll, soweit es nöthig erscheint, hiereinleitungsweise gedacht werden.

Es ist bereits betont worden, wie die unwürdigenZustände Spaniens und die Person des hier allmächtigenFriedensfürsten Godoi dem Kaiser den erwünschten Vor-wand zur Vertreibung der Bourbonen aus Madrid bot,wie die Schwäche des letzten Braganza zu dessen Ent-fernung aus Lissabon, dennseitdem er selbst auf einembourbonischen Throne sass, betrachtete er die Fürsten,welche noch die zwei andern inne hatten, als natürlicheFeinde, deren Sturz in seinem Interesse lag. x ) An StelleKarls IV., eines traurigen Schattenkönigs, regierte inWirklichkeit die launische und lasterhafte Königin, dieihrerseits wiederum ganz von dem Friedensfürsten beein-flusst war, in solchem Masse, dass alle hervorragendenStaatsämter von diesem nach Willkür vergeben wurden.

Umsonst setzten die Feinde des Günstlings ihre Hoff-nung auf den jungen Thronfolger Ferdinand, denn wieGodoi in seinem Ehrgeiz Gunst und Gnade des Kaiserserbettelte, der ganz Europa gebändigt und die Ueber-lassung der spanischen Streitkräfte an diesen eigentlichverschuldete, war Ferdinand auch selbst so unterwürfig,dass er sich nicht schämte, von Napoleon sich eine Gemahlin

r ) Memoires du Prince de Talleyrand, I, 3*2532»3. Der bour-bonische Thron in Neapel war in Wirklichkeit damals schonbeseitigt.