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Geschichte der Schweizertruppen im Kriege Napoleons I. in Spanien und Portugal (1807-1814) / allen Freunden vaterländischer Geschichte gewidmet von Dr. Albert Maag, Lehrer der Geschichte und griechischen Sprache am Progymnasium Biel
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den Süden zu besetzen, dasjenige des Generals Caraffa,von Osten her im Verein mit dem französischen einzu-rücken. Hierauf sollte das eroberte Land in dem Sinnegetheilt werden, dass die Königin von Etrurien (gegenAbtretung ihres Reiches) den Norden, Godoi die Ober-herrschaft über Algarbien und Alentejo, also über einenTheil des Südens, Frankreich aber die mittleren Provinzenerhalten sollte.

Obwohl wir auf alle einzelnen Kriegsereignisse, welchesich in Portugal und in der Folge auch in Spanien zutrugen,erst im Zusammenhang mit der Darstellung der Theilnahmeunserer Schweizertruppen an denselben eintreten können,mag hier gleichwohl schon der Ort sein, zu zeigen, unterwelchen Umständen die Flamme des Aufruhrs gegen diefranzösische Tücke auch in Spanien zum Ausbruch gelangteund immer weiter um sich griff, und wie schliesslich die Be-völkerung der gesammten pyrenäischen Halbinsel zu eineran Raserei grenzenden Wuth gegen die verhassten Fremdengebracht worden ist, denn erst diese allgemeine Orien-tirung wird den Leser in die Lage versetzen, den Ernstder Situation zu ermessen, in welche dierothen Schweizerin den Reihen ihrer französischen Waffenbrüder eintraten,und sieh in Betrachtung derselben zum Voraus einenBegriff von den Leiden und Schrecken zu bilden, derenDarstellung wir uns zur Aufgabe gemacht haben, erwä-gend f dass die Erneuerung des Andenkens an die wackernSchweizer in Spanien und Portugal als Ehrenpflichtzu gelten hat.

Als im Anfang des 18. Jahrhunderts der HabsburgerKarl II. unter dem Einflüsse aller Kabalen und diplo-matischen Umtriebe sich dazu entschloss, die Thronfolgein Spanien dem Hause Bourbon zuzuwenden, rief er beiAusfertigung des bezüglichen Aktes:Gott verschenktKönigreiche und nimmt sie wieder weg. x ) Die Ironie

*) Weber, allg. Weltgeschichte, XIV, 781.