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Geschichte der Schweizertruppen im Kriege Napoleons I. in Spanien und Portugal (1807-1814) / allen Freunden vaterländischer Geschichte gewidmet von Dr. Albert Maag, Lehrer der Geschichte und griechischen Sprache am Progymnasium Biel
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die ersten einrückenden französischen Truppen, mochtensie auch mit Misstrauen betrachtet werden, in angeborenerTrägheit und Harmlosigkeit gewähren, so lange der Scheinder Bundesgenossenschaft mit Spanien aufrecht erhaltenblieb und die ausgestreuten Meldungen betreffend derJunot nachfolgenden Heerführer Glauben fanden. Diebitterste Enttäuschung liess nicht lange auf sich warten:nach wenigen Monaten schon entsprach der Wirklichkeitdas Urtheil des Chefs des ersten spanischen Schweizer-regiments, welches wir in einem am 14. Juni 1814 vonMadrid an dieMagnifiques Seigneurs von Solothurngerichteten Regimentsrapport vorfinden. Er schrieb derdortigen Regierung (zu einer Zeit, da Napoleons Machtniedergeworfen schien)*):

Das Welteroberungs-System, das der ehemaligeKaiser Napoleon beobachtet hat, hat sich auch auf Spa-nien ausgedehnt. Es ist nicht nöthig, Ihnen die Mittelauseinanderzusetzen, deren er sich zu diesem Zweckebedient hat; es sind so ziemlich die nämlichen, die erbei den verschiedenen Nationen angewendet, welche erseine Eisenruthe hat fühlen lassen und unser theures

den Londoner Präliminarien vom 1. Oktober 1801 um die Abtret-ung der Insel Trinidad an England handelte, bezeiclmete freilichTalleyrand in einem Briefe an den ersten Konsul Spanien alsce triste allie, auf den man nicht die geringste Rücksicht zunehmen brauche, da alle Politik daselbst von einem vom Königund der Königin als Staatsmann und grosser Krieger angestauntenverächtlichen Günstling abhange. S. Baumgarten, S. 10G107.Es ist immerhin bemerkenswerth, dass der hervorragende Ministerin seinen Memoiren nach sechs Jahren einen diametral entgegen-gesetzten Standpunkt vertritt. Als Napoleon auf St. Helena weilte,erklärte er übrigens seiner Umgebung, er habe niemals (!) be-absichtigt, sich Spaniens zu bemächtigen, und schob mit unaus-tilgbarer Unverfrorenheit die Hauptursache seiner Verwicklungmit den spanischen Angelegenheiten auf den angeblich rücksichts-losen Murat. Bernhardi, a. a. 0., Bd. 41, S. 89.

0 Staatsarchiv Solothurn (Original französisch).