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Die Nothwendigkeit, zur Hebung der Widersprücheoffizielle Schritte zu thun, und — fügen wir gleich bei —das doch noch vorhandene Gefühl, wie ungehörig einKampf von Brüdern gegen Brüder sei, führte im Be-sondern zwischen der Regierung von Luzern und demLandammann zu eifrigem Gedankenaustausch auf demWege diplomatischen Notenwechsels. 1 ) Laut Protokoll-auszug wurde über diesen Gegenstand im kleinen Ratlievon Luzern in der Sitzung vom 28. Oktober 1809 voneinem Mitgliede desselben die Frage vorgelegt, ob esnicht thunlicli und den Verhältnissen angemessen wäre,sich beim Landammann nach dem Loos der Offiziere undSoldaten zu erkundigen, welche nach der gedachten Ka-pitulation angeworben seien und sich vielleicht noch beiden Insurgenten befinden würden, und ob es nicht ange-zeigt wäre, sie aus dem Dienste der Insurgenten unterAndrohung des Verlustes des Bürgerrechts zurückzurufen,worauf der Schultheiss Krauer vom Rathe ermächtigtund beauftragt wurde, in erster Linie darüber mit demLandammann Berathung zu pflegen. Die Antwort des-selben auf die konfidentielle Anfrage vom 28. Oktober 2 )ist darum von Wichtigkeit, weil der oberste Vertreterder Schweiz in der Angelegenheit einen von dem derluzernischen Regierung wesentlich verschiedenen Stand-punkt einnimmt:
_ Ich mache mir eine Pflicht daraus, Ihrer Ex-zellenz meine persönliche Meinung über die Schweizer-truppen zur Kenntniss zu bringen, welche Tcraft einermit dem Hofe von Spanien abgeschlossenen Kapitulationim Dienste dieser Macht stehen. Das Schicksal derOffiziere und Soldaten verdient die volle Theilnahme
x ) Papiere des Herrn Max von Diesbach.
2 ) Sie mussten am 29. November, weil das erste Schreibenunterwegs verloren gegangen war, erneuert werden; darauserklärt es sieh, dass die Antwort erst vom 5. Dezember 1809datirt ist.