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Geschichte der Schweizertruppen im Kriege Napoleons I. in Spanien und Portugal (1807-1814) / allen Freunden vaterländischer Geschichte gewidmet von Dr. Albert Maag, Lehrer der Geschichte und griechischen Sprache am Progymnasium Biel
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genden Aufforderung, dem Schweizerbunde Ehre anzu-thun und auf allen Seiten zu werben und werben zulassen. Infolge dessen wurden Gerichte, die sich saumseligerwiesen und ihre Mannschaft nicht stellten, zur Strafefür das Fehlende doppelt belegt und die Mannschaftkurzweg auf deren Kosten angeworben. Anfangs Mai1807 war die kapitulationsmässige Verpflichtung wenig-stens zu drei Vierteln erfüllt, indem 12,000 Mann demKaiser zur Verfügung gestellt werden konnten. So erklärtes sich denn auch, dass dieser von seinem Hauptquartierin Finkenstein aus im Mai dem Landammann der Schweizseine Zufriedenheit mit dem Resultat der Werbung zuerkennen gab und auch denselben, wie wir wissen, zurHerbeiführung des Beschlusses der Tagsatzung betreffenddie nicht kapitulirten Dienste veranlasste. *) Er fügteseiner Erklärung bei:

Ich hoffe, dass die vier Regimenter in Kurzemvollständig sein und die Schweizer wie ihre Väter mitRuhm auf dem Felde der Ehre erscheinen werden.Ich schätze die Tapferkeit, Treue und Biederkeit derSchweizer sehr hoch. Aus diesem Grunde habe Ichbeschlossen, dass alle Regimenter aus Landesbürgernbestehen sollen, ohne irgend eine Beimischung vonAusreissern oder anderer fremder Mannschaft, dennnicht die Zahl der Soldaten auf deren vollzähligemBestand doch der Kaiser weiter oben ausdrücklich be-harrt, sondern ihre Treue und gute Gesinnung machtdie Stärke der Armee aus.

Mit Rücksicht auf solche Forderungen bezeichnenwir es von vorneherein als eine Ungerechtigkeit, alseinen Beweis mangelnder Liebe zum bedrängten Vater-lande, dass so viele Schweizer, freilich zum Theil aufGrund ihrer Niederlassung in Frankreich, die Anwerbungihrer Person dem eigenen Lande entziehend, in fran-

9 Monnard, XV, 155 sq.