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Geschichte der Schweizertruppen im Kriege Napoleons I. in Spanien und Portugal (1807-1814) / allen Freunden vaterländischer Geschichte gewidmet von Dr. Albert Maag, Lehrer der Geschichte und griechischen Sprache am Progymnasium Biel
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zurückverlangt wurden; voll Verzweiflung darüber, vonLandsleuten getrennt und zum Dienst in einem ausSpaniern zusammengesetzten Regiment neuerdings ge-zwungen zu werden, deren Sprache und Gebräuche ihnenfremd waren, wandten sieh dieselben durch Vermittlungdes Majors Julius von Capol (aus Graubünden) vom2. Regiment an den Landammann, um Schritte bei derfranzösischen Regierung für ihre nochmalige Rückver-setzung zum Schweizerregiment flehend. x )

Napoleons Weisung betreffend die Verweigerung derAufnahme Fremder hatte begreiflicher Weise nicht dengeringsten Erfolg, denn angesichts der stets gesteigertenTruppenforderungen Hessen es die Kantonsregierungengeschehen, dass Ausländer, z. B. Süddeutsche, oft sogarmittelst gefälschter Heimathscheine, sich selbst in dieSchweizerregimenter einschmuggelten, wo der Dienst inden Augen solcher Leute eben in grösserem Ansehenstand als der unter dem eigenen Landesfürsten. In derFortsetzung des nämlichen Schreibens bemerkte Napoleon:

Wenn ich noch etwas zu wünschen habe und be-daure, es in der Vermittlungs-Akte nicht vorgeschlagenzu haben, so wäre es dies, dass die Scluceizer die

*) Das Schreiben der sechs Landsleute ist im Anhang (IF 1ab) mitgetheilt. Capol fügte der Korrespondenz die persön-liche Empfehlung derselben bei, indem er schrieb :

Mir scheint, diese Bitten werden um so leichter bewilligt werdenkönnen, als Seine Exzellenz der Kriegsminister die Schweizerregi-menter ermächtigt, in den verschiedenen Depots spanische Kriegs-gefangene schweizerischer Nation anzuwerben, die sich dort befindenmögen. Demgemäss sollten wir auch ermächtigt sein, die Schiveizerzurückzuverlangen, die in ihrem Unglück und ohne zu wissen, dasssie in unsern Schweizerregimentern dienen könnten, sich ohne Zusagein das spanische Regiment Joseph Napoleon haben anwerben lassen.

Ich weiss auch, dass es ausser diesen sechs Leuten noch vieleandere solche Schweizer gibt. Es hiesse also diesen unglücklichenLandsleuten ivie unsern Regimentern einen Dienst erweisen, wennS. E. es dahin brächte, dass die gebornen Schiveizer uns ausgeliefertwerden (Bundesarchiv).