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selbst den in diesen Gegenden besonders zahlreich vor-kommenden Schafherden den Garaus machten ; als Be-weis nicht nur für den grossen Reichthum an diesenThieren, sondern auch für die Unerbittlichkeit der Ver-heerung mag die von Wieland verbürgte Thatsachedienen, dass in einem einzigen Dorfe annähernd10000 Schafe erwürgt worden sind!
Es würde ein Ding der Unmöglichkeit sein, sämmt-liclie Gräuelthaten zu verzeichnen, welche alle Tage vonden Spaniern an zurückgebliebenen Kranken und Ver-wundeten verübt worden sind. Ein Sergeant der Kom-pagnie Wieland rächte sich jedoch einst gelegentlich einessolchen Falles an den Urhebern selbst. Derselbe ver-misste, während des Marsches in Folge eines natürlichenBedürfnisses zum Zurückbleiben genöthigt, beim Einholender Kolonne seine Uhr, die er mitzunehmen vergessenhatte. Ein Soldat erhielt den Auftrag, sie zu suchen undihm zu bringen; allein er war selbst in dem Augenblicknoch nicht zurückgekehrt, als die Kompagnie bereits dasBivouak erreicht hatte. Der Sergeant erbat sich, überdessen Schicksal beunruhigt, die Erlaubniss, mit sechsMann den Burschen aufzusuchen. Zu seinem Entsetzenfand er ihn am bezeichneten Platz ermordet und achtBauern um dessen Leiche beschäftigt. Drei der Mörderkonnten entfliehen; die fünf andern jedoch wurden ein-gefangen und vom Sergeanten gezwungen, niederzuknieen,worauf vier derselben, einer nach dem andern, erschossenwurden, während der fünfte mit Kolbenhieben und Fuss-tritten fortgejagt ward, damit er seinen Landsleuten er-zählen möge, wie ihre Feinde für Mordthaten Rache zunehmen pflegten.
Am nämlichen Tage, an welchem das Fest Napoleonsgefeiert wurde, am 15. August, erhielten die Schweizerauf dem Wege nach Miranda in einem Dorfe, „einemkleinen, verfluchten Nest“, die Kunde, dass Verstärkungenim Anmarsch begriffen seien, deren Eintreffen die sich