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Geschichte der Schweizertruppen im Kriege Napoleons I. in Spanien und Portugal (1807-1814) / allen Freunden vaterländischer Geschichte gewidmet von Dr. Albert Maag, Lehrer der Geschichte und griechischen Sprache am Progymnasium Biel
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die Junta zu Lerida die Befestigung und Bewaffnungaller von den Franzosen nicht besetzt gehaltenen oderwieder verlassenen Plätze angeordnet; Rosas, Gferona, derHauptschlüssel zu Katalonien, am Vereinigungspunkt derFlüsse Ter und Oha gelegen, Hostalrich, Tarragona,Lerida u. s. f., waren im Vertheidigungszustand. Zudemwaren nicht nur die Landesmilizen organisirt worden, dieMiquelets und Somatenes, sondern auch zu ihrer Verstärk-ung reguläre Truppen, von der Armee von Andalusiendetaschirt und von dein General Theodor Beding komman-dirt, ins Land geschickt worden; die Besatzungen vonMallorka und Minorka waren zum Theil ebenfalls gelandet,während zugleich englische Kriegsschiffe die Küste um-schwärmten. Unter solchen Verhältnissen litt natürlich dieBesatzung von Barcelona an Entbehrungen jeder Art. Dazukam, dass die Insurgenten, auf die dort herrschende Notlibauend, beständig mit allen Mitteln Duhesmes fremde Trup-pen zur Desertion zu bewegen suchten. Von den Garde-Wallonen, deren Offiziere, wie schon erwähnt, mit denjenigendes Bataillons von Fiiie in Folge gemeinsamer Kenntniss derfranzösischen Sprache im besten Einvernehmen standen,desertirten wirklich viele Leute; diese Fahnenflüchtigenwurden für das Bataillon der Schweizer darum verliängniss-voll, weil sie dessen Soldaten unter Hinweis auf reichlichereNahrung und auf den bei den Spaniern in Aussicht stehen-den schönen Tagessold gleichfalls zur Desertion verführ-ten, so dass wirklich mancher zu den Spaniern überging.Wir dürfen uns darüber um so weniger verwundern, alseben Oberst CasteUa die tüchtigsten Leute selbst mit sichnach Kastilien genommen und dem Chef des dritten Ba-taillons nur die Ueberbleibsel gelassen hatte (siehe S. 145).Unter von Fliies Mannschaft befanden sich trotz demVerbote des Kaisers viele kriegsgefangene Preussen undOesterreicher, zwarschöne und adrette Kerls, die aberleichtsinnig genug waren, sich bei einem Glase Wein vonheute auf morgen zum Wechsel der Fahne überreden zu