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Muskel, von dem Einzelne behaupten, er befinde sich in beständigerContraction, er sei dem Tonus unterworfen.
Am wärmsten wurde das Vorhandensein eines Tonus, auf wel-chen schon M. Hall und Joh. v. Müller aufmerksam machten, be-tont von Heidenhain und Colberg, indem Heidenhain, ge-stützt auf seine Versuche, deren Resultate wir in der früheren Tabellemitgetheilt haben, behauptete, der Sphinkter befinde sich in einer„unwillkürlichen, continuirlichen, vom Nervensystem abhängigen Zu-sammenziehung“. So lautet seine Definition vom Tonus, so lautetdie Folgerung aus seinen Versuchen, welche von Uffelmann undSauer, später von Rosenplänter bestätigt wurde.
Sauer drückt sich (S. 129) so aus:
„Die durch blosse Elasticität der Sphinkters getragenen Druck-werthe sind also sehr gering; es ist kein Zweifel, dass im Lebenmeistentheils der Druck in der Blase ein weit höherer ist, dann musssofort die tonische Action des Sphinkters ins Spiel treten. Will mannun freilich am Wort hängen, so wird man sagen, dass der Tonusdes Sphinkters immer nicht erwiesen sei; denn die active Contractiondesselben sei nicht benöthigt, so oft der Druck in der Blase unter2—18 Cm. sinkt, ein Vorwurf, dem wir weder zu begegnen wissen,noch auch wünschen.“
2—18 Cm. beim Kaninchen ist ein ganz respectabler Werth. Wirglauben allerdings auch, dass für gewöhnlich bei starker Füllung undbesonders, wenn die Thiere sich bewegen, dieser Werth zum Ver-schluss nicht genügen würde. Aber für geringen Blaseninhalt könnenwir unbedingt auf ihn rechnen.
Uffelmann sagt:
„Die Resultate meiner Versuche stimmen mit denen Hei den-hain’s und Colberg’s, sowie denen Sauer’s überein. Nur wei-chen die Angaben der Druckhöhen von einander ab. — Aus diesenExperimenten ziehe ich den Schluss, dass der Sphincter vesicae ineiner während des Lebens stetigen, nicht willkürlichen Contractionist und dass die Elasticität des Muskels zum Mindesten nicht daswesentlich Verschliessende ist. Die Function des Blasenschliessmus-kels liegt in seinem Tonus. Die Rolle eines willkürlichen Sphinktersübernimmt die animalische Musculatur der Harnröhre.“
Rosenplänter folgert aus seinen Versuchen:
„Der Blasenverschluss wird durch ein blos die Gehirnaction de-primirendes Mittel (Opium) nicht verringert, dagegen durch ein dasRückenmark irritirendes (Strychnin) gesteigert; ein die peripherischen.Enden cerebrospinaler motorischer Nerven ausser Thätigkeit setzendes