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Zur Kritik über den gegenwärtigen Stand der Frage von den Blasenfunctionen / von Fritz Born
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laris in Contraction geräth. Wir empfinden dabei wohl blos den ver-mehrten Tonus und dessen Folgen, was sehr wahrscheinlich ist, wennwir bedenken, wie wenig empfindlich z. B. die Blasenschleimhaut fürdie Berührung mit der Katheterspitze ist, durch welche wir fast nie-mals Harndrang auslösen können.

Blasenmotilität.

Wir haben gesehen, wie Tonus der Blase und Drang in engsterBeziehung zu einander stehen, und so bietet sich uns von selbst dieAufgabe, nachzusehen, von welchen Momenten Verstärkung und Ver-minderung des Tonus abhängig sind.

Wenn wir einen Katheter in eine mässig gefüllte Blase einführenund denselben mittelst eines Gummischlauches mit einer als Mano-meter dienenden einfachen Glasröhre verbinden, so sehen wir, wiedie Wassersäule im Manometer eine bestimmte Höhe erreicht undnun regelmässig mit der Atbmung um V 22 Cm. schwankt. DieseSchwankungen sind rein passive; sie rühren davon her, dass wäh-rend der Inspiration der intraabdominale Druck erhöht, während derExspiration vermindert ist, Die intraabdominalen Drucksehwankungenübertragen sich auf die Blase. Allein bei längerer Beobachtung zeigtes sich, wie von Zeit zu Zeit, ohne nachweisbare Ursache die Säuleplötzlich kräftig steigt, um 2030 und mehr Cm., dann wieder lang-sam sinkt, wie sie ein anderes Mal 45 Cm. steigt und mehrereMinuten auf dieser Höhe bleibt. Der Blaseninhalt steht also nichtunter einem constanten, mit der Füllung langsam ansteigenden Druck,wie man früher angenommen hat, sondern er ist in beständigemSchwanken begriffen. Sind die Schwankungen rasche, wie die zuersterwähnten, so haben wir die Ursache in einer kräftigen Blasencon-traction zu suchen, entsprechen dieselben mehr der zuletzt geschil-derten Form, d. h. sind sie sehr träge, so sprechen wir nach M 0 s s 0und Pellancani besser von einer Erhöhung des Tonus.

Der Beweis, dass jene Schwankungen wirkliche Blasencon-tractionen sind und nicht etwa bedingt sind durch Contraction derBauchmuskeln, ist vielfach geleistet worden dadurch, dass man beiThieren den Bauch durch Kreuzsehnitt breit eröffnete und nun directsah, dass jene Drucksteigerungen jetzt, wo von Einfluss der Bauch-decken nicht mehr die Rede sein konnte, persistirten und den sichvor den Augen des Beobachters vollziehenden Blasencontractionenentsprachen. Die Zuckung ist durch das der Zuckung eines glattenMuskels entsprechende träge Ansteigen charakterisirt.

Das einfache von uns beschriebene Manometer genügt, um sich