6 Vorbereitungsgrundsaze.
schwer sey, wie er denn selbst aller Versicherung, da-von einen Versuch zu machen, unerachtet, solches Un-terlasten. S- rom. VIII. Oper. p. z und 22 der Bene-diktiner Ausgabe; theils aus der Erfahrung, indemnicht allein diejenigen, welche Kezerverzcichniße verfer-tiget, einen so schwankenden Begrif da'vn gehabt, daßsie Leute wegen solcher Lchrsaze dahin gerechnet, welchekeine Glaubenslehre; ja zum theil nicht einmal eineReligionssache betroffen; sondern auch aus andernStellen der Alten, in denen dieser Nabme eine baldweitere, bald engere Bedeutung hat, dergleichen Svi-rer tbes. eccles. tom. I. p. I2t gesamter hat. Indes-sen kommen doch die meisten Erklärungen dahinaus,daß eine Kezerei der Wahrheit entgegen stehe und dieErklärung des K. Arcadii 1 ^. 18 0 . Hr. äe tiaerer.daß diejenige, welche auch in einem geringen Stückvon dem Urtheil der katholischen Religion abgewichen,vor Kezer zu halten, scheinet der allergewöhnlichste Be-grif gewesen zu seyn, obgleich einige, wie HilariuS,viel richtiger die Abweichung von dem achte» Sinn derheiligen Schrift zum Unterscheidungskennzeichen derKezerei gemacht. Man mogte nun von diesen beydenBestimmungen annehmen, welche man wolle, so lehr-te die Erfahrung, daß in der Anwendung jederzeitbeyde Partbeien sich Wechselsweise derKezcreten beschul-digen musten. Diesen wichtigen Saz haben die altenLehrer wol erkannt, wie aus Laccancii ilisiirut. libr.V. ca/,. zo. und Galviani ü'ö»-. II. ile provitl. p. 162.zu ersehen ist. Aus diesem ist klar, daß mancher Leh-rer unschuldiger Weise hat können auch von den Altenunter die Kezer gerechnet werden.
Arimerk. 2. Es gehen uns die Streitigkeiten über denBegrif eines Kezers hier nichts an, welche in der dog-matischen und polemischen Theologie und kanonischenRecht geführet werden müßen; wir halten es aber vorunsere Schuldigkeit, den Begrif festzusezen, den wirmit diesem Wort in diesem Buch verbinden müsse».Es ist nicht nothwendig, daß wir hier wicderhohlen,daß der griechische und lateinische Nabme eines Kezersseinem Ursprung nach überhaupt die Lrwchlimg einergewißen Meinung bedeute; in Ansehung des Gebrauchs«ine jede, von andern in Ansehung des philossphi-
schen;