Band 
Erster Theil.
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Vorbereitungsgrundsaze. 7

scheu; oder theologischen Lehrbegrifs unterschiedene,Parthei anzeige und sowohl den richtig denkenden; alsden irrenden gemeinschaftlich gewesen, bis es in derKirche den lezten allein beygeleget worden und dadurchzum Schimpfnahmen ausgeartet. S. außer Sviceram a. Ü). und den unten anzuzeigenden Schriftstellern,Hrn D. Heumanns comm. üebaereticoUsuIIino p. z.Eben so wenig halten wir uns bey der Frage von demUrsprung des deutschen Wortes Rezer auf. Gund-Ungs Abhandlung von demselben in6uncilin^isn. xart.U. p. 156 verdienet keinen Beyfall. Die alte Meinungist ihr vorzuziehen, wenn man des sel. Hrn vonMos-heims mllicut. billor. eccles. p. 4Z6 vergleichet. Wirnehmen das Wort in einem strengen Verstand, welcherdurch folgende Unterscheidungskennzeichen bestimmetwird. Erstlich mus eine solche Person, die mit Rechtdiesen Nahmen führen sol, die heilige Schrift als einenErkantnisgrund der Religionswahrheiten annehmen:mithin ein Christ, dem äußerlichen Bekantnis nach,seyn. Also gehören alle Ungläubige, welche die christ-liche Religion überhaupt verwerfen, wie die Atheisten,Freygeister, Heyden, Muhamedaner, Juden nichtin die Kezerhistorte. Zweycens ist nothwendig, daßein Kezer einen Unterschied zwischen Wahrheit und Jr-tnm in Religionsfazen annehme, und zwar einen mo-ralischen Unterschied, daß ihm nicht gleichgültig ist,was vor einer von zwey einander entgegengesezten Ga-zen geglaubet werde. Denn wo eine solche Gleichgül-tigkeit wirklich vorbanden, da kan keine ernstliche Ver-theidigung eines Irtums Plaz greifen. Also werdendie Judifferentisten billig aus der Kezerrolle ausge-schlossen. Drittens mus ein Kezer eine; oder auchmehrere Lehrsäze annehmen, welche den wesentlichenGrundwahrheiten der christlichen Religion widerspre-che. Obgleich diese Eigenschaft von allen, nicht ganzindiffcrentistisch gesinnten, Partheien erfordert wird;in der Anwendung aber auf die besondere Lehrbegriffevielen Schwierigkeiten unterworfen ist, indem bald dieWichtigkeit eines Lehrsazes; bald die Richtigkeit derMeinung in Zweifel gezogen wird; ja eben dadurch dieStreitigkeiten zwischen den Religionspartheien geradezu entstehen ; so ist doch auch klar, daß diese Fragen

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