zur Zeit der Apostel. 69
die Ruhe der daselbst schon ansehnlichen Gemein-de der Christen, welche zum Theil aus bekehr-ten Heyden bestanden, durch die Ankunft einigerbekehrten Juden sey unterbrochen worden. Daer weder ihre Nahmen; noch andere persönlicheUmstände aufgezeichnet; so ist es eine vergeblichMühe, diesen Mangel zu ersezen. Doch lassetsich aus der Uebereinstimmung ihrer Lehrsäze mitdenjenigen, welche bald darauf zu Jerusalem vonbekehrten Pharisäern öffentlich vorgetragen wor-den , höchstwahrscheinlich schließen, daß auch jLnevor ihrem Beytritt zum Christentum dieser jüdi-schen Parthei beygepflichtet haben. Ob sie ihreReise nach Antiochien eben in der Absicht unter-nommen , ihre eigentümliche Lehrsäze den neu be-kehrten Heyden beyzubringen: mithin schon vor-hero gewust, daß die Apostel, welche unter denHeyden das Evangelium predigten, von diesendie Beobachtung des mosaischen Gesezes nichtforderten; oder ob sie dieses erst bey ihrer An-kunft erfahren, läßt sich ebenfals nicht bestimmen.So viel ist richtig, daß sie an die bekehrten Hey-den (denn bey den bekehrten Juden wäre es sehrüberflüßig gewesen) die Forderung gethan, sichnach der Vorschrift des mosaischen Gesezes be-schneiden zu lassen, und dieses als eine nothwen-dige Bedingung, die Seligkeit zu erlangen, an-gesehen. Dieses ist wol derjenige Lehrsaz gewe^sen, der um destomehr Aufsehen unter den Chri-sten machen muste; da er vor die bekehrten Hey-den das schrekhafteste Ansehen gehabt. Aus demausgedehntem Antrag der bekehrten Pharisäer
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