zur Zeit der Apostel. 8 r
die darauf gegründete Vergebung der Sündeund die daher entstehende Gelangung zur Selig-keit annehmen. Alle diese Grundsaze sind un-leugbare Folgen des unter den Juden herrschen-den Lehrbegrifs, und dem natürlichen Hang desmenschlichen Herzens zur eignen Gerechtigkeit sogemaö, daß es kein Wunder , daß diese LehrerBenfall gefunden. Sie sind aber auch demRath Gottes von dem Grund und derOrdnungdes Heils so gerade zu entgegen gesezet, daßman die Ursach des großen Eifers leicht einstehet,mit welchen; Paullus sie widerleget.
Anm. Der Brief paulli an die Römer ist so voll vonBeweisen dieser Erzehlung, daß an ihrer Richtigkeitwol nicht gezweifelt werden kan. Man lese witsiummiioeiign. lscr. tom. II. 22. 2Z. Qicringa ob-lerv. lscr. /rö»-. IV. ca/>. lo. § ;. u. f. Buddeum äsecelell gpoll. c. III. §. z. Die bald grösere bald ge-ringere Neigung ganzer Partheien so wol; als einzel-ner Lehrer zu dem Jrtum von der Kraft der guten Wer-ke, die Seligkeit zu verschaffen, ist die Quelle vonman-cherlei Verdrehungen der paullinischen Redensarten,auf deren erweislich richtigen Verstand es bey dieserhistorischen Untersuchung vorzüglich ankommt; es istaber hier der Ort nicht, uns in polemische Fragen ein-zulassen.
§ XlV.
DieNebenfragen, welche durch die Haupt-streitigkeiten veranlasset worden, betrafen erst-lich die Lehre von dem Bund Gottes mit demAbraham und seinen Nachkommen. Die Judenhatten Ursach, die Vorzüge hochzuschäzen, wel-che lhnen dieses Bündnis verschafte. Allein dieseswar ein Jrrum, der viele gefährliche Folgen
F nach