8L Streitigkeiten, mit den jüdisthges. Christen
nach sich zog, daß sie meinten, alle durch diesenBund verheisene Güter und sonderlich die Se-ligkeit sey denen, welche durch die Beschneidungihn annahmen, so eigen, daß ohne der lezternkein Mensch zu der erstem gelangen könnte. Siesezten daher es auf den Fuß, daß die Heydcn erstdurch die Beschneidung Juden, Kinder Abra-hams und Glieder des Volkes Gottes werdenmüsten, ehe sie sich Hofnung machen tönten, dievon Christo dem Volk Gottes erworbene Selig-keit zu erlangen. Diesem Jrtum sezet Paullusdie richtige Erklärungen des Bundes Gottes mitdem Abraham, der auf den verhcisenen einzigenSaamen, den Messias, gegründet war, desGlaubens an den Messias, als des einzigen Mit-tels, ein Kind Abrahams und ein Erbe der ver-gessenen Güter zu werden: und des Verhältnis-ses der Beschneidung und übrigen Cerimonialge-seze gegen das neue Testament, entgegen.
Ami». Dieses erhellet aus Ran». III. IV. Gab II. IIIIV.auch in beyden Briefen an die Colosser und Epheserfinden sich viele Stellen, welche, obgleich nicht so weit-laustig, diesen Jrtum bestreiken.
§ XV.
Die zweyte Nebenfrage entstand aus derHauptlehre von der Verbindlichkeit des mosai-schen Gesezes und betraf den Genus des heidni-schen Opferflcisches. Bey welcher vorauszusezen,daß die bekehrten Heyden auf eine zweyfache Artvon dem Opferfieisch der noch unkehrten Heydenzu gemessen, die Gelegenheit hatten. Einmalwurde ein groser Theil von dem, den Priestern
gehö-