Von den Nikolaiten. 171
hastig zu werden. Nur fehlete es ihm au einenVerwand, seine Wankclmuhl vor seinem eignenGewissen und vor andern zu entschuldigen. Ererwehlte den Weg, gewisse Grundsäze anzuneh-men , die beydes der Wahrheit und Reinigkeitder Sitten entgegen stunden, und hierauf ernu-erte er die Eheverbindung mit seiner Frau. Bey-des, die Schaam und die Eifersucht, quäktenden Mann ausnehmend. Er fiel auf weitereAllsschweifungen und stiftete endlich die Niko-laitcn, die Gnostiker und eine Menge andererParrheien, die eine verderbteSirtenlehre mit derschändlichsten Lebensart zu verknüpfen pflegten.Dieses waren die Nikolairen, welche Christushassete. Der Apostel Johannes gieng noch wei-ter und verbot bey Strafe deS Kirchenbannesallen Umgang mit diesen Leuten. Die älternmelden nur von den zwei obenangezeigten Jrm-mern. Sie aßen Opferfleisch, nachdem sie sol-ches, wie einige hinzusezcn, durch gewisse Be-schwörungsformeln gereiniget. Sie verstatte-ten sich alle fleischliche Lust und waren gegen dieHurerei so gelinde gesinnet, daß sie diejenigen,welche sie begangen, acht Tage nach der Thatwieder aufnahmen. Ausser diesen aber nahmensie eine Menge von thörichten Lehrsäzen vollGott und der Schöpfung an. Es ist nicht nö-thig , sie hier zu erzehlen. Denn sie sind vonden gnostischen Jrtümern sehr wenig unterschie-den, die wir unten erzehlen werden. Siesollen so gar grobe Abgötterei getrieben haben.Sie hatten auch eingewisses Duch, welches sie als