Band 
Erster Theil.
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rv4 Von einigen geringern mnerl. Streitigkeiten§ IX.

Ausser dergleichen Spaltungen lehret eben-fals der erste Brief Paulli an die Gemeinde derChristen zu Korinth, daß in selbiger über meh-rere Fragen sowol aus der Glaubenslehre; alsaus der Sittenlehre gestritten worden. Es istaber von solchen Streitigkeiten nichts weiter be-kannt; als die Fragen selbst und aus dieser Ur-sache können wir auch keine Geschichte derselbenerzehlen. Indessen ist es doch der Mühe wehrt,die Streitfragen selbst anzuzeigen. Dahin gehö-ret einmal die Frage: ob den Christen die Hure-rey erlaubt? Es scheinet, daß zu Korinth eini-ge nicht nur daran gezweifelt, sondern auch durcheinen Grund ihre bejahende Antwort zu verthei-digen gesucht. Dieser lasset' sich aus der Wider-legung Paulli mit vieler Wahrscheinlichkeit muht-maßen. Sie drungen auf die Freiheit der Chri-sten und sezten die Regel: es ist denselben alleserlaubt, welche aber durch die Einschränkungen,die der Apostel beyfüget, alle Kraft verlor, sol-che Sünden zu rechtfertigen.

Anm. S. i Ror.VI, 12. u. f.

§ X.

Zweytes scheinet man zu Korinth über dieLehre vom Ehestand gestritten zu haben. Diewcirlauftige Abhandlung, in welcher Paullussehr wichtige Fragen, die zum Theil die Erweh-lung; zum Theil die Führung desselben; zumTheil die Ehescheidung betreffen, abhandelt,