2Z0 Von den Gnostikern überhaupt.
Gottts begreiflich zu machen; so muste es woleines jeden stärkerer; oder schwächerer Einbil-dungskraft überlassen werden, wie weit er einesolche angenommene Aeonenkette verlängern;oder verkürzen wolte. Es geben hienächst Ne-benmastände dieses Systems zu neuen Fragendie Veranlassung und ie erfindungsreicher einKopf war, der einmal dasselbe angenommen hat-te, und ie mehr er Gedult hatte, der Betrach-tung solcher Dinge nachzuhangen, desto leichterwar es, neue Ordnungen, Verhältnisse: ja ei-gentümliche Nahmen solcher Kräfte zu erdenkenund sein Lehrgebäude zu erweitern. Eben sokonte es mit der Sittenlehre geschehen, wennman auch nur bey dem Maaß der sittlichen Ue-bungen stehen bleiben wolte. Aus dieser An-merkung wird das begreiflich, was die Erfahrungunwidersprechlich lehret, daß die philosophischeParthei dieses Systems sich in so mancherlei Hau-fen theilen und jeder etwas eignes und vorzügli-ches zu lehren, behaupten können.
§ IX.
Andere der gnostischenIrtümer, von denenwir hier reden, entstanden aus der Verbindungzwischen den Lehrsazen der morgenländischenPhilosophie und christlichen Religion, welche diegnostischen Kezer zu stiften suchten. Ob hier nunzwar unstreitig die wilkürliche Einbildungskraftdieser Leute noch mehr auszuschweifen, Gelegen-heit harte und daher sich zwischen den verschiednengnostischen Partheien noch mehr Verschiedenheit
findet;