Band 
Erster Theil.
Seite
249
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Von den Cerinthlanern. 249

Zeiten der Apostel gelebet und besonders von demJohanne bestritten und ihm sein Evangelium ent-gegen gesezt worden. Dahero auch kein Wun-der ist, daß die neuern diese Nachricht vor glaub-würdig gehalten, und zwar desto lieber; ie an-genehmer es ihnen seyn muste, einen historischenUmstand dadurch zu erweisen, welchen sie voreinen hermenevtischen Schlüssel eines der wich^tigsten und schweresten Bücher des neuen Testa-ments halten tonten. Allein es haben sich dochandere gelehrte Männer gefunden, welche dieseNachrichten in Zweifel gezogen und zu erweisengesucht, daß Cerinthus viel jünger; als die Apo-stel und höchstens in das erste Viertheil des zwey-ten Jahrhunderts zu sezen. Unter den Grün-den ihrer Meinung (denn einige verdienen wedererzehlet; noch widerleget zu werden) sind zweydie scheinbarsten. Sie berufen sich auf eine Ge-wohnheit der alten Kezergeschichtschreiber, vondem Cerimho nach dem Marcion zu reden, dochist dieser Beweisgrund sehr unerheblich, indemganz unerweislich ist, daß diese Schriftsteller je-mals die Absicht gehabt, die Reihe ihrer Erzeh-lungen nach der Zeitrechnung einzurichten, viel-mehr das Gegentheil ausser allen Zweifel gesezt.Hernach srüzen sie sich auf ein vorhandenesSchreiben des B. Pii zu Rom an den B. Justvon Vienne, in dem über Cerinthi Bemühun-gen, Anhänger sich zu schaffen sehr geklagt wird.Wäre dieser Brief ächt; so kdnte er beweisen,daß zu den Zeiten des B.Pii Cerinthus noch ge- ^lebet. Allein dieses ist unrichtig: der Brief ge- 126.

Q 5 höret