Band 
Erster Theil.
Seite
544
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544 Von der Rezerei des praxeas.

niget. Man mus bekennen, daß theils dieseVorstellung mit Tertullians klarer Nachricht,Praxeas habe gelehret, daß der Vater von derJungfrau Maria gebohren, daß er gelitten, daßer gestorben u.s.w. wol übereinstimme; theilsin der vorhero vor richtig angenommenen Erklärrung des Praxeas von der heiligen Dreyeinigkeitgegründet sey. Dein ungeachtet glauben wir,daß die neuere Meinung eines sehr scharfsinnigenGelehrten ihr vorzuziehen, da sie ihr in derHauptsache nicht widerspricht; sondern sie viel-mehr verbessert und faßlicher macht. Nach der-selben hat Praxeas den Nahmen des SohneSweder von seiner ganzen Person; noch von dergöttlichen Natur allein, wie bey der ersten Mei-nung geglaubet wird; sondern ganz allein vonder Menschennatur verstanden. Der MenschJesus ist daher deswegen Gottes Sohn, weilihn Gott durch seine Allmacht, in der JungfrauMaria gebildet. Mit diesem Menschen hat sichGott so vereiniget, wie die Seele mit dem Kör-per verbunden ist, und ist in eine Gemeinschaftaller Handlungen und Leiden desselben getreten.Daher wolte auch Praxeas und seine Anhängerlieber sagen, der Vater habe mit gelitten; alsgelitten. Wir sezen nur das einzige bey, daßPraxeas zum Beweis seiner Meinung theils dieSchriftstellen von derEinhcit Gottes; theils die-jenigen, da Christus saget: ich und der Vatersind eins; wer mich siehet, siehet den Vater;der Vater ist in mir und ich in ihm; vorzüglichgebrauchet habe.

Aiurr. r.